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Das Beleuchtungswesen : vom Mittelalter bis zur Mitte de XIX. Jahrhunderts, aus Österreich-Ungarn, insbesondere aus den Alpenländern und den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten
Entstehung
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Einleitung.

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ie vielen Anerkennungen, welche meine, den Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses einverleibte Sammlung altertümlicher Beleuchtungsgeräte" geerntet hat, ließenin mir den Entschluß reifen, das wichtigste Materiale dieser Sammlung durch bildlicheDarstellungen und erläuternde Bemerkungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dieser Arbeit liegt die Absicht zugrunde, alles jene, was ich im Laufe vieljährigerSammeltätigkeit erfahren und erfragt habe oder aus Nachrichten und vorhandenen Gegen-ständen, Bildern, Beschreibungen usw. feststellen konnte, für die Zukunft festzuhalten undsomit einen Beitrag zur Geschichte des Beleuchtungswesens vergangener Jahrhunderte zu liefern.Dieses Werk möge demnach als Erläuterung der in Rede stehenden Sammlung undnur als Beitrag für kulturhistorische Studien des Beleuchtungswesens vergangener Jahrhunderte aufgefaßt werden. Nur in sehr wenigen Fällen waren geschichtliche Rückblickeund Daten unerläßlich.

Bei dem Umstande, als die letzten Dezennien auf dem Gebiete der Beleuchtung großeUmwälzungen gebracht und die durch Jahrtausende in Benützung gestandenen Beleuchtungs-stoffe( Holz, Talg, Öl, Pech, Wachs etc.) nahezu ganz verdrängt haben, mithin auch diezur Beleuchtung dienenden Geräte zum großen Teile eine vollständige Änderung erfuhren,ein anderer Teil ganz außer Gebrauch gesetzt wurde, scheint der Zeitpunkt, in welchem diesePublikation ins Leben tritt, geeignet, nicht nur weiteren Kreisen willkommene Belehrung, als auchFachmännern, Künstlern und Gewerbetreibenden Anregung und Vorbilder zu bieten.

Die Einteilung der Sammlung in 21 Gruppen hat sich während der Sammeltätigkeitgebildet; obschon in dieser Anordnung manche Änderung zweckmäßig wäre, halte ich dieseGruppen Einteilung für diese Publikation aus prinzipiellen Gründen fest.

In der Folge ließen sich Änderungen in der Reihenfolge der Gruppen vornehmen;so wäre z. B. die Voranstellung der Feuerzeuge, sowie die Schaffung einer Gruppe: Nacht-lichter sehr geeignet.

Möge nun diese Publikation der Sammlung wohlwollender Aufnahme begegnen unddie Anregung geben, dem bisher wenig beachteten Gebiete des Beleuchtungswesens vergangenerZeiten das Augenmerk der Museen und privater Sammler zuzuwenden.

Nachdem das ganze Materiale der Sammlung

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auf

mit wenigen Ausnahmendem Boden der österreichisch- ungarischen Monarchie gesammelt wurde, so beziehen sich alleauf Beleuchtungsstoffe und Geräte bezughabenden Bezeichnungen usw. auf die Länder dieserMonarchie.

Die Sammlung besteht aus 1206 Stücken; hiervon sind 989 Stück auf 60 Tafeln inLichtdruck und einige Stücke in Text- Illustrationen dargestellt.

Zum Schlusse fühle ich mich verpflichtet, meinen Gönnern und Freunden, beziehungs-weise allen Förderern der Sammlung, insbesondere Sr. Exzellenz Herrn Emil Freiherrn vonChertek und meinem Freunde und Mitarbeiter Rittmeister Sandor Grafen Szápáry( 22. März 1904), ferner Sr. Exzellenz Herrn Hans Grafen Wilczek, Sr. Exzellenz HerrnOberstkämmerer Hugo Grafen Traun( 3. August 1904), Sr. Exzellenz Herrn Oberstkämmerer Leo Reichsfreiherrn von Gudenus, Herrn Hofrat Wilhelm Freiherrn vonWeckbecker, Herrn Dr. Albert Figdor und Herrn Heinrich Vonwiller wärmsten Dank

zu sagen.

Wien, am 24. Juni 1905.

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Ladislaus Edler von Benesch

k. u. k. Oberstleutnant d. R.