in bestimmter Stellung festgehalten und durch den Druckauf ein Züngel, welcher die Federkraft auslöst, aus dieserStellung befreit, wird kräftig gegen das Gehäuse abgeschnelltund auf diese Art der Docht abgeschnitten.
Diese( übrigens seltener vorkommende) Type der Licht-putze, deren Handhabung eine Ähnlichkeit mit der desSchießgewehres hat, dürfte mit Vorliebe von Jägern benütztworden sein, eine Vermutung, welche in dem auf der Abschluß-wand dargestellten Hirsche einige Unterstützung finden.
Der bekannte Ausspruch Goethes:
,, Wüßte nicht, was sie besseres erfinden könnten,Als wenn die Lichter ohne Putzen brennten."
ist durch die Verwendung des Stearins und ähnlicher Stoffefür Kerzenfabrikation verwirklicht worden; seit jener Zeitverlor die Lichtputze an Bedeutung und kam durch die Ein-führung des Petroleums für Beleuchtungszwecke, welche amEnde der fünfziger Jahre des 19. Jahrhundertes allgemeinerwurde, ganz außer Gebrauch.*)
Gegenwärtig wird die Dochtschere nur noch in Kirchenfür das Putzen der Wachskerzen angewendet.
Das Exemplar 29, Tafel 36, zeigt eine für den Ge-brauch in Kirchen, und zwar für hochangebrachte Kerzen
bestimmte Dochtschere; diese wird auf einem entsprechendlangen Stabe befestigt und ist so eingerichtet, daß der miteiner Feder versehene, das Gehäuse schließende Scherenarmmittels einer Schnur in Bewegung gesetzt wird.
Auf Tafel 38 sind die in der Kollektion befindlichen14 Tassen für Dochtscheren, und zwar in einer Reihenfolge,welche der Entstehungszeit entsprechen dürfte, abgebildet.Das Exemplar 80 ist aus Messing und verzinnt, die Exem-plare 81, 82 und 83 aus Zinn gegossen, die übrigen Exemplare aus Blech erzeugt, bemalt, lackiert oder versilbert undendlich das Exemplar 92 aus Stahl und 93 aus Gußeisenhergestellt.
*)( Der Erfinder der Petroleumlampe.) Manchem unsererLeser wird es wie ein Märchen aus alten Zeiten vorkommen, wenn ihmerzählt wird, daß vor einigen Tagen der Mann, der als erster das Petro-leum zu Beleuchtungszwecken verwendet hat, gestorben ist.„ PetroleumGas elektrisches Licht, alles im Zeitraume eines Menschenlebens
zusammengedrängt?" hört man Zweifler ausrufen. Aber Tatsache ist,
daß, einem Berichte aus New York zufolge, am 3. d. in Hacken-sack, New Jersey, A. C. Ferris verstorben ist, der über Nacht zurBerühmtheit wurde, als er in New York eine Lampe ausstellte, welchePetroleum brannte. Der Verstorbene, der 84 Jahre alt geworden ist,hat eine Menge von Abhandlungen über seine Erfindung geschrieben.,, Neues Wiener Tagblatt", Nr. 227, 18. August 1902.
Gruppe XIV. Löschhörner und andere Löschapparate.
Obschon die in dieser Gruppe vorhandene Anzahl vonLöschapparaten eine kleine ist, so bietet dieselbe dennocheinen guten Überblick über die zum Ablöschen der Kerzenin Verwendung ge-standenen Geräte.Entweder wares ein in Kegelformoder dieser Formähnlich gestaltetesLöschhorn( auchLöschhut oder Ker-zenhut genannt)oder ein durch fe-dernde Klappenselbsttätig wirken-der Apparat, wel-cher zum Ablö-schen der Kerzenverwendet wurde.
Die erste Typeist durch 15 Exem-plare( Tafel 39) ver-
treten.
Das Löschhornwurde derart ver-wendet, daß mandasselbe auf diebrennende Kerzeoder Fackel auf-setzte.
Von den fürKerzen undFackelndienenden, in dieserGruppe vorhandenen Exemplarensind die meistenzum Gebrauche mit
der Kirche) verwendet und mußten mit einem Stabe versehen sein.
Die meisten der vorhandenen Stücke haben die Kegelform,nur das Exemplar8, Tafel 39, isteiner
blume
Glocken-
nachgebil-
det und die Exem-
plare 5, 6, 9 und17, Tafel 39, habenMenschengestalt.
Für Kerzen mitgrößerem Durch
messer,
bezie
hungsweise fürFackeln sind dieExemplare 10, 12,Tafel 39,
13 und 14,
bestimmt; das erstevon diesen dürftedem 15. Jahrhunderte angehören,die anderen dreiStücke, mit der re-spektablen Höhevon 12'5, 15'5 undsogar 21'5 cm zei-gen deutlich, daßdiese etwa dem 17.oder 18. Jahrhunderte entstammen-den Stücke zum Ab-löschen recht dickerKerzen od. Fackelngebraucht wurden.Die zweiteType ist durch dieExemplare 3 und 7, Tafel 39, repräsentiert; aus der Ab-bildung 3 ist zu ersehen, daß die beiden Klappen selbst-tätig die Flamme in dem Augenblicke ablöschen, als
Abb. 24.
der Hand bestimmt; nur die Exemplare 4 und 11, letzteresauf Tafel 39 dargestellt, wurden zum Ablöschen von Kerzen,welche in einiger Höhe angebracht waren( wie z. B. in
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