zierter Traufschale versehene Stück 47 und endlich durcheinige in Messing gegossene, respektive in Messing adjustierteExemplare 2, 18 und 19 sämtliche auf Tafel 12treten ist.
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Die Exemplare 56 und 63, Tafel 12, waren zur Ver-wendung im Freien bestimmt und sind demgemäß zurAufnahme einer Glasglocke eingerichtet.
Das Exemplar 62, Tafel 12, ist am Boden der Trauf-schale mit einem zur Aufnahme von Fidibussen bestimmtenBecher versehen.
Eine besondere Einrichtung weisen die( aus dem Pinzgau in Salzburg stammenden) Exemplare 54 und 59, Tafel 12,auf, indem sie nicht nur mit einer eigenen Handhabe zum
leichteren Tragen des Leuchters, sondern überdies mit einerdie Kerze festhaltenden Klemmfeder ausgestattet sind.
Eine Ausnahme in der Konstruktion bildet das ausdem Anfange des 19. Jahrhunderts stammende Exemplar 14,Tafel 12, und zwar wird bei demselben die Kerzentülledurch einen verschiebbaren Zylinder gebildet, welcher sich,sobald die Kerze bis an den Rand der Tülle herabgebranntist, bis an den Fuß herabdrücken und durch eine seitlicheDrehung in dieser Stellung festhalten läßt, wodurch derBoden der Tülle, welcher mit Dornen zur Befestigung derKerze versehen ist, nach aufwärts gelangt und hiedurchdie vollständige Verbrennung der Kerze ermöglicht wird.
Gruppe V. Standleuchter für eine oder mehrere Kerzen.
Standleuchter mit fester Kerzentülle für eine odermehrere Kerzen sind von jeher am häufigsten im Gebrauchegewesen und auch heutzutage die am meisten benütztenLeuchter.
Der Hauptsache nach bildet ein Fuß und die senkrechtim Fuße stehende, am oberen Ende mit der Kerzentülle ver-sehene Säule, welche sich eventuell in zwei oder mehrereArme teilt, den Leuchter.
Die Gestaltung dieser Bestandteile ist jedoch so mannig-faltig, daß deren Beschreibung untunlich wäre, mithin vollendsauf die bildlichen Darstellungen der Tafeln 13, 14, 15, 16,17 und 18 hingewiesen werden muß.
An dieser Stelle sei auch eine höchst wertvolle Ab-handlung über orientalische Glossar ::: zum Glossareintrag orientalische Beleuchtungskörper von HeinrichFrauberger in Westermanns Monatsheften, XXXVII. Jahrgang, Heft 435, erwähnt.
Im allgemeinen hatte diese Leuchtergattung die Be-stimmung, im Zimmer, beziehungsweise in der Bauern-stube, am Tische, in der Küche, am Herde usw. verwendetzu werden.
Der mehr oder weniger große, in verschiedenen Formen,meist jedoch in der Gestalt einer seichten Schale erzeugteLeuchterfuß ist zur Aufnahme der Dochtschere und desLöschhornes bestimmt.
Einzelne Exemplare dieser Gruppe sollten besonderenZwecken dienen und sind demgemäß mit den erforderlichenEinrichtungen versehen.
So ist das Stück 41, Tafel 14, zur Aufnahme einerDochtschere eingerichtet; die Exemplare 43, 50 und 91,Tafel 14, sind mit einer kleinen Glocke, das Stück 50 überdies mit zwei kleinen Tassen( für Pfeffer und Salz oder fürGeldstücke?), das Stück 91 mit einem Becher für Fidibusseausgestattet.
Allem Anscheine nach wurden diese mit Glocken versehenen Leuchter in Gasthäusern verwendet und die Glockeals Signal für die Bediensteten gebraucht.
Der Zinnleuchter 54, Tafel 13, ist auch zum Gebraucheals Öllampe eingerichtet, und zwar derart, daß der Fuß alsÖlgefäß dient und mit einer Hülse zur Aufnahme desDochtes versehen ist.
Mehrere dieser Leuchter( 55 und 89, Tafel 13), ausHolz gedrechselt, haben am unteren Teile einen zur Auf-nahme von Fidibussen bestimmten Becher.
Die beiden kleinen Leuchter 81, Tafel 14, sind Reise-leuchter und zum Zusammenschrauben derart eingerichtet,daß die beiden Tüllen in dem schalenartigen Fuße Platzfinden und die beiden Füße zusammengeschraubt einerBüchse gleichen.
Das aus Eisen geschmiedete, reich verzierte Stück 92,Tafel 18, mit der Einrichtung für sieben Kerzen, dürfte zurAufstellung auf einem großen Tische bei festlichen Gelegen-heiten bestimmt gewesen sein. Obschon die Schmiedearbeitnicht von bester Art ist, so ist dieses Stück durch seinebesonders reiche Ausstattung bemerkenswert.
Wenn am Eingange dieses Kapitels darauf hingewiesenwurde, daß diese Standleuchter hauptsächlich aus dem Fußeund der die Kerzentülle tragenden, senkrecht aus dem Fußeemporsteigenden Säule bestehen, so muß auch einiger Ab-weichungen von dieser Norm erwähnt werden.
Vor allem seien jene hervorragenden Stücke genanntbei welchen die Säule durch menschliche Gestalten gebildetist. Bei dem aus dem 15. Jahrhunderte stammenden Exemplare 14, Tafel 15, ist die Gestalt des heiligen Christoph,der das Jesuskind auf der Schulter trägt, verwendet; an demkleinen Baume, welchen der Riese als Stütze benützt, sindzwei Äste mit den Kerzentüllen versehen.
Bei den Stücken 15 und 16, Tafel 16, tragen die Gestalten, die eine bei hocherhobenen, die andere bei gebogenenArmen, die Kerzentüllen in den Händen. Dem Kostümeund der Gestaltung des Leuchterfuẞes nach entstammendiese beiden Stücke dem Anfange des 16. Jahrhunderts,wohin auch das nächstfolgende Stück 17, Tafel 15( ein
Das Stück 46, Tafel 13, weist mehrfache Einrichtungen, späterer Abguß), welches noch gotische Motive aufweist, ein-welche leider nicht komplett sind, auf.
Das Exemplar 47, Tafel 13, ist in sinnreicher Weisemit einem automatisch wirkenden Löschhorne versehen undist unzweifelhaft bestimmt gewesen, dem unbewußt im BetteEinschlafenden durch das automatisch erfolgende Ablöschender Kerze Sicherheit zu gewähren; mündlichen Nachrichtenzufolge ist diese Leuchtergattung eine Wiener Erfindung ausdem Anfange des 19. Jahrhunderts.
Bei dem Exemplare 48, Tafel 13, ist die Kerze gegendas Verlöschen durch Luftzug durch ein zylindrisches Glasgeschützt.
zuteilen wäre; eine männliche und eine weibliche Gestaltin der Tracht aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts haltenin der Hand je eine zur Aufnahme der Kerze bestimmte Tülle.Endlich ist auch bei dem Stücke 72, Tafel 13, einemenschliche Gestalt, und zwar ein Mann in der Bürger-tracht des 18. Jahrhunderts als Säule, im Gegensatze zu denälteren Stücken, bei welchen die Tüllen in den Händen derGestalten ruhen, derart verwendet, daß die Kerzentülle aufden Hut des Mannes aufgesetzt ist.
Außer den eben bezeichneten Exemplaren verdienennoch einige Stücke dieser Gruppe hervorgehoben zu werden.
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