Gruppe XI. Keller- und Bergwerksleuchter.
Die beiden in dieser Gruppe vereinigten Gattungenvon Beleuchtungsgeräten gestatten keine ganz scharfe Trennungin solche, welche für den Keller und solche, welche fürBergwerke gedient haben; nur einzelne Stücke lassen genauerkennen, ob sie da oder dort in Verwendung waren.
Zu den ersteren, den Kellerleuchtern, gehören unbedingtdie Leuchter II und 12, Tafel 30, deren Fuß der Wölbungdes Fasses entsprechend geformt ist, damit sie auf demFasse sicher stehen können, ferner die Stücke 4 und 31,Tafel 30, bei welchen die in zwei Achsenlagern eingehängte,demnach bewegliche Kerzentülle in jeder beliebigen Lagesich horizontal stellt, daher der Leuchter entweder auf-gestellt oder hängend verwendet werden kann; überdieswird durch die Spitze S die Möglichkeit geboten, denLeuchter in eine Mauerritze oder dergleichen einzuschieben.
Dieselbe Einrichtung haben auch die Exemplare 5, 6,7, 8 und 25, Tafel 30, sowie der der Sammlung aus Kali-fornien zugekommene Kellerleuchter 42, Tafel 30.
Eine größere Anzahl von Leuchtern dieser Gruppe ist( analog den Leuchtern der Gruppe II) mit Klemmfedernversehen und zwar die Stücke 1, 3, 9, 14, 15, 26, 27, 38und 40, Tafel 30; einige derselben sind zum Hängen undStellen, die geringere Zahl nur zum Hängen eingerichtet,wie dies aus den Abbildungen zu ersehen ist.
An dieser Stelle wäre auch das Exemplar 37, Tafel 30,hervorzuheben; die zylindrische, zur Aufnahme der Kerzedienende Röhre ist( analog den Leuchtern der Gruppe IV)mit einer verstellbaren Kerzentülle versehen; diese Röhreist jedoch in zwei Achsenlagern hängend, demnach beweglich,überdies ist der Arm A drehbar und so wird durch dieseEinrichtungen erreicht, daß die Kerze stets vertikal bleibt.
Eine besondere Type bietet der Leuchter 24, Tafel 30;er besteht aus einer eisernen Röhre, welche am oberen Endemit einem Haken, am unteren hingegen mit einem starkenSchraubengewinde versehen ist, daher beim Gebrauche aufgehängt oder eingebohrt werden konnte.
Zur Verwendung in Bergwerken gehören die in derKollektion in größerer Anzahl vorhandenen zwei Typenund zwar 30 und 41, Tafel 30, und 23, 28 und 34, Tafel 30.
Es sind Öllampen hauptsächlich zum Hängen einge-richtet; zur Behandlung des Dochtes sind kleine Zangenoder Stifte, in Hülsen versorgt oder an Kettchen hängend,vorhanden.
Die Schraube, welche das zum Eingießen des Ölesbestimmte Loch abschließt, ist in vielen Fällen durch einenHahn gebildet( 30 und 41, Tafel 30), der wohl auch hierals Symbol des Weckens aufgefaßt werden kann.
Abarten dieser Bergwerkslampen erscheinen in denExemplaren 13 und 19, Tafel 30, sowie in dem besondersinteressanten Stücke 16, Tafel 30.
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Die beiden erstgenannten Lampen sind von sehr ein-facher Konstruktion und zwar ist die erstere( 13) analogden Kellerleuchternund431, Tafelmit einem inzwei Achsenlagern beweglichen Ölgefäße versehen, kanndemnach in jeder beliebigen Lage verwendet werden, währenddie zweite( 19) in ganz ähnlicher Konstruktion meist nurzum Gebrauche als Hängelampe benützt worden sein dürfte.Das Exemplar 16, Tafel 30, stammt aus Falkenau beiEger in Böhmen und wurde von den Bergwerksbeamtenbei den Kontrollgängen im Schachte benützt; ein großerHaken an der Rückwand dient zum Anhängen an denGürtel.
Über die Zeit, welcher die in dieser Gruppe vereinigtenStücke angehören, läßt sich kaum etwas bestimmtes angeben; die meisten dürften aus dem 18. und Anfange des19. Jahrhundertes stammen und nur einzelne Bergwerks-lampen der Type 23, Tafel 30, könnten im 17. Jahrhunderteentstanden sein.
Die vielen Unglücksfälle, welche in Bergwerken durchschlagende Wetter verursacht wurden, haben zu mancherleiVersuchen und Konstruktionen von Lampen geführt, durchwelche diesen Katastrophen vorgebeugt werden sollte; dievom englischen Chemiker Sir Humphry Davy 1815 erfundene,seither wesentlich verbesserte„ Sicherheitslampe“ hat allefrüher in Verwendung gestandenen Grubenlampen, be-ziehungsweise Grubenlichter, unter den letzteren auch der„ Radschloßlicht", von welchem für die Sammlung leiderkein Exemplar gewonnen werden konnte, verdrängt.
Gruppe XII. Steh- und Hängeleuchter für Talg.
Die Beleuchtung mit Talg( Unschlitt) dürfte zu allenZeiten nächst jener mit Öl und Wachs die gebräuchlichstegewesen sein.
Nicht nur reiner Talg, sondern auch alle Abfälle vonFettstoffen konnten in Verwendung kommen.
Alle zur Beleuchtung mit Talg bestimmten Gerätesind offene Gefäße, im Gegensatze zu den für den Öl-gebrauch bestimmten, welche unbedingt geschlossen seinmüssen.
Der Hauptsache nach besteht der Talgleuchter auseiner Schale zur Aufnahme des Talges und des Dochtes,welche entweder auf einem zum Stehen eingerichteten Ge-stelle angebracht oder zum Hängen mit einem Arme undeinem Haken versehen ist; eine dritte Type sind solche,welche nur aus der Schale bestehen und im Bedarfsfalleauf einen Untersatz gestellt werden.
Diese drei Typen sind in nebenstehender Abb. 21 dar-gestellt.
länglichen Gestalt, welche sich nach der einen Seite zueinem Schnabel verengt, in welchem der Docht Platz findet.
Abb. 21.
Die Schale erscheint in vielerlei Formen, am häufigsten Zur bequemen Handhabung sind alle Stehleuchter für Talgjedoch in jener, seit den ältesten Zeiten schon erprobten mit einem Haken oder mit einem Henkel versehen.
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