gebung in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts der Bedarf schien es, wenn der Platinschwamm zum Glühen kam, alsan Fidibussen gedeckt.ob der Drache Feuer speie.
Zur Herstellung der Fidibusse wurde der Hobel in eineHobelbank in der Stellung, in welcher derselbe im Bilde dargestellt ist, festgeschraubt und ein der Breite der Rinne entsprechendes Holzstück durch diese Rinne über das in derselben befindliche Hobeleisen geschoben und auf diese Arteine spiralartig gewundene Hobelscharte, ein Fidibus, ge-
wonnen.
Die Abb. 5 und 6 zeigen Döbereinersche Zündmaschinen;die erstere ist mit einem Porzellangefäße, auf welchem eineReitschulszene gemalt ist, ausgestattet. Die zweite leidernicht komplett präsentierte sich bei der Verwendung sehrwirkungsvoll, denn der Platinschwamm war im Rachendes von St. Georg bedrängten Drachen befestigt und so
Die Abb. 139 zeigt ein Feuerzeug für Tunkzündhölz-chen. In dem Schubfache befindet sich noch eine beträchtliche Anzahl derartiger Zündhölzer; über diesem Schubfachesteht das Fläschchen, welches mit von Schwefelsäure ge-tränktem Asbest gefüllt ist. Die auf einem Postamentestehende Büste und die auf beiden Seiten des Postamentessituierten Urnen sind nur Verzierungen im Stile der Zeit.
Die Exemplare 7 und 8 sind in Form von Kerzenaus Elfenbein hergestellte Büchsen für Zündfäden; dieAbb. 9 zeigt eine Messingbüchse, welche zur Aufnahme vonWachskerzchen bestimmt und so eingerichtet ist, daß dieKerzchen, an der Büchse befestigt, benützt werden können,ohne daß die Hand beschmutzt oder sonstwie gefährdet wird.
Gruppe XX. Kerzengußformen.
Die in dieser Gruppe vorhandenen Kerzenguẞformensind, mit Ausnahme der aus Eisen gegossenen Röhren desExemplares 3, Tafel 59, sämtlich aus Blech erzeugt; demVerfasser sind auch noch derartige größere und kleinere Guẞ-formen aus Glas sowie mehr oder weniger reich geschmückteFormen aus Holz für Wachskerzen für profane und kirch-liche Zwecke bekannt.
Das Exemplar 5, Tafel 59, dürfte das älteste Stück dieserkleinen Kollektion sein, denn die auffallende Länge undVerjüngung der Gußform entspricht am meisten jenenKerzenformen, wie sie auf bildlichen Darstellungen des16. Jahrhunderts, z. B. auf dem in der Abb. 32 wiedergegebenen Blatte der Apokalipse von Albrecht Dürer undauf der Abb. 30 bei der Gruppe XIX( Feuerzeuge) erscheinen.
Sämtliche auf der Tafel 59 dargestellten Exemplare sindGuẞformen für Unschlittkerzen, nur das Exemplar 8, Tafel 59,bildet eine Ausnahme; es stammt aus Zell am See und ist
eine im ganzen Pinzgau für die Kerzenerzeugung noch inGebrauch stehende Vorrichtung.
Dieses„ ,, Kerzenbrett" wird derart angewendet, daß durchdie in der Scheibe befindlichen Löcher Dochte gezogen undan der oberen Fläche durch Hölzchen festgehalten werden,welche dann, wenn das Brett mit beiden Handhaben horizontalgehalten wird, vertikal herabhängen.
In einem hinlänglich großen Gefäße wird Unschlitt flüssiggemacht und nun wird das Kerzenbrett mit den herabhängen-den Dochten in das flüssige Unschlitt getaucht; beim Heraus-ziehen erkaltet das auf den Dochten angesammelte Unschlitt,dann wird das Ganze wieder eingetaucht und dieser Vorgangso oft wiederholt, bis die Kerze die gewünschte Dicke er-langt hat.
Allerdings haben die auf diese Art erzeugten Kerzenkeine schöne regelmäßige Form, aber der Bauer hat seinenVorrat an Unschlitt und Fettabfällen rationell verwertet.
Gruppe XXI. Diverses.
Von den verschiedenartigen, in dieser Gruppe vereinigten,auf der Tafel 60 dargestellten Gegenständen verdienen einigeganz besonders hervorgehoben zu werden.
Das Exemplar I, welches aus Salzburg stammt, dürfteeiner Hufschmiedezunft angehört und über deren Stammtischeim Wirtshause gehangen haben; die für kleine Kerzen vor-bereiteten drei Kerzentüllen könnten sich in ihrer Dreizahlvielleicht auf die heilige Dreifaltigkeit beziehen.
Im städtischen Museum Carolinum Augusteum in Salz-burg befindet sich eine beträchtliche Anzahl ähnlicher alterZunftzeichen.
Die Glaslinsen 2 und 13 dienten gewiß zur Verstärkung einer Kerzen- oder Lampenflamme, in derselben Artwie dies bei Schuhmachern heutzutage noch hie und da anzutreffen ist, indem eine mit Wasser gefüllte Glaskugel dieLinse ersetzt, eine Einrichtung, welche durch die Exemplare10 und 14 in sehr interessanter Weise repräsentiert ist.
Ein hervorragend schönes, aus einer Kürschnerwerk-stätte stammendes Stück dieser Art befindet sich im Museumin Enns in Oberösterreich.
In dem Stücke 3 ist ein- nicht komplettes- Tinten-zeug, welches mit einem Kerzenleuchter ausgestattet ist,
vertreten.
Abb. 33.
Von besonderem Interesse ist das Exemplar 4; es isteine Harz oder Pechpfanne, wie dieselbe zur Beleuchtung
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