Der Leuchter 2, Tafel 16, welcher sich durch besondersedle Einfachheit auszeichnet, ist aus Eisen geschmiedet undläßt aus der Anordnung des Fußes sowie aus dem in derSäule angebrachten Nodus auf romanische Provenienz oderzum mindesten auf ein romanisches Vorbild schließen; dasebenfalls aus Eisen geschmiedete Stück 3, Tafel 16, durch
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Balthasar NurcaroGrubliqueBriste
Abb. 16.
geschmackvolle Gestaltung ausgezeichnet, dürfte dem 16. Jahrhunderte entstammen. Durch sehr solide, tüchtige Schmiede-arbeit zeichnet sich das aus Oberösterreich stammende Stück 8,Tafel 16, aus; Form und Ornamentierung dieses schönenStückes weisen auf den Ausgang des 16. Jahrhunderts.
Bei dem aus dem 15. Jahrhunderte stammenden Bronze-leuchter 13, Tafel 15, dessen Säule einen die Tülle tragendenFisch darstellt, ist die aus dem Fischschwanze gebildete
| Handhabe bemerkenswert; der Fuß dieses Leuchters gehörtjedenfalls einer späteren Epoche an.
Auch der zweiarmige Leuchter 19 und der( leider nichtkomplette) vierarmige, Abb. I- beide auf Tafel 17-,beide aus Bronze gegossen und dem 16. Jahrhunderte an-gehörend, zeichnen sich durch zweckmäßigen Aufbau undedle Formgebung aus.
Die Stücke 18 und 66, Tafel 15, ebenfalls dem 16. Jahrhunderte entstammend, dürften in den Grundformen auforientalische Glossar ::: zum Glossareintrag orientalische Vorbilder zurückzuführen sein.
Dem 17. Jahrhunderte dürfte das Exemplar 20, Tafel 17,einzureihen sein, und scheint dasselbe den Übergang zu dendem 18. Jahrhunderte angehörenden Leuchtern 21, 22, 23,63 und 97, Tafel 17, zu bilden, welche, sämtlich aus Bronzegegossen, eine sehr interessante Entwicklungsreihe der Pro-file der schlanken Säule, die zur leichteren Handhabung mitringförmigen Verzierungen ausgestattet sind, bieten. Dienebenstehende Reproduktion( Abb. 16) zeigt einen demExemplare 22 ganz ähnlichen Leuchter, welcher auf dem inder Sammlung befindlichen Kupferstiche nach einem Ge-mälde vom Jahre 1752 dargestellt ist.
Ebenso sind die derselben Epoche angehörenden Stücke24 und 77( Tafel 17) der schön profilierten Säulen wegenzu erwähnen. Das letztgenannte Stück hat überdies zumFesthalten der Kerze die Einrichtung, daß ein an einerSchnur befestigter Bronzestift im oberen Teile der Tülledurch die Kerze gesteckt werden kann.
Das aus Eisen geschmiedete Stück 7, Tafel 14( viel-leicht die Nachbildung eines älteren Stückes), ist reich ver-ziert und diese Verzierung, organisch als Äste, Zweige undBlätter erscheinend, sehr zweckmäßig eingerichtet, so daßdie im oberen Teile angebrachten sechs gebogenen Zweigeals Henkel derart benützt werden können, daß an jederbeliebigen Seite einer dieser Henkel zur Verfügung steht.Endlich wäre noch der dem Anfange des 18. Jahr-hunderts angehörende Leuchter 105, Tafel 13, zu erwähnen;er stammt aus Leeds in England, ist nicht komplett.
Dieser Leuchter hat auch als Nachtlicht und Uhr gedient; zur Ergänzung wäre hinter der kleinen, kreisrundenScheibe ein transparentes Stundenzifferblatt zu denken.
Die Kerze, welche sich in der zylindrischen Säule be-findet, wird nach dem Maße der Verbrennung durch eineSpiralfeder nach aufwärts gedrückt; an der Spiralfeder isteine starke Schuppenkette befestigt, welche einen( auf derAbbildung sichtbaren) Zeiger mit sich zieht, der auf demtransparenten Zifferblatte die Stunde anzeigt.
Was das Erzeugungsmaterial der Leuchter dieser Gruppebetrifft, so erscheint Holz, Eisen, Messing, Bronze, Kupfer,Zinn, Glas, Blech und gebrannter Ton in Verwendung.
Gruppe VI. Standleuchter mit glockenähnlichem Fuß.
Diese zumeist aus Messing oder Bronze gegossenenStandleuchter mit glockenähnlichem Fuß gehören zu denzierlichsten Erzeugnissen auf diesem Gebiete.
Aus dem glockenähnlichen Fuß, dessen oberste Flächezur Aufnahme der Dochtschere bestimmt ist, steigt senk-recht die mehr oder weniger hohe Säule empor, deren oberesEnde die Kerzentülle enthält.
Die Profilierung des Fußes und der Säule ist sehr ge-schmackvoll und insofern auch der bequemen BenützungRechnung tragend, als die schön gegliederte Säule mit einemNodus ausgestattet ist, durch welchen das Ergreifen undTragen des Leuchters wesentlich erleichtert wird. Um die
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Wirkung der Profilierung zu erhöhen, sind bei den meistenExemplaren am oberen und unteren Rande, in einigen Fällenauch an den Mittelgliedern des Fußes, sowie auch an der SäuleKreislinien graviert.
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Das Exemplar 7, Tafel 19, ist mit durchbrochenen undüberdies gravierten Ornamenten ausgestattet.Alle Exemplare dieser Gruppe gehören dem 17. Jahrhunderte an undwurden in den österreichischen Alpenländern gesammelt unddürften auch aus Gießereien dieser Länder stammen; eine Aus-nahme bildet das Exemplar 11, Tafel 19, welches der Sammlungaus Bergen in Norwegen zugekommen ist, aber allem Anscheinenach seine Heimat nicht im hohen Norden haben dürfte.
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