Gruppe I. Spanleuchter, Spanhobel und Späne.
Die Verwendung des Holzes zu Beleuchtungszweckenreicht bis in die allerfrühesten Zeiten menschlichen Daseinszurück; der vom Blitze getroffene, in Brand geratene Baumgab die Flamme und lehrte den Menschen die Anwendungvon Licht und Wärme.
So entstand das Herdfeuer. Das Herdfeuer diente zu-gleich zur Erleuchtung des Raumes und nach Bedarf wurdendemselben brennende Späne entnommen, wenn die Beleuch-tung anderswo notwendig war.
Positive Nachrichten von der Verwendung des Holz-spanes zur Beleuchtung gibt z. B. Homers Odyssee im18. Gesange, Vers 305:
,, Als den Lustigen nun der dunkle Abend herabsank,Setzten sie alsbald drei Feuerfässer im Saale,
Ihnen zu leuchten, umher und häuften trockene Splitter,
Welche sie frisch mit dem Erz aus dürrem Holze gespalten
Und Kienspäne darauf. Die Mägde des Helden Odysseus
Gingen von einem zum andern und schürten die sinkende Flamme."
Ferner im 19. Gesange, Vers 64:
,, Schütteten aus den Geschirren die Glut zur Erden und häuftenAnderes Holz darauf, zum Leuchten und zur Erwärmung."
Gewiß ließen sich derlei positive Nachrichten über dieVerwendung von Holzspänen zur Beleuchtung aus allenLändern der kultivierten Erde feststellen.
Der älteste Spanhälter der Sammlung dürfte der aufTafel I mit 47 bezeichnete, roh aus Ton gebildete und ge-brannte Kopf sein; er dürfte dem 13. oder 14. Jahrhunderteentstammen; der Mund ist zur Aufnahme des Spanes be-stimmt.
Vielleicht verdankt dieses interessante Stück seineEntstehung einem Vorbilde: Wenn die Bäuerin in dunkler,von Rauch erfüllter Küche am offenen Herde mit der linkenHand den Stiel der Pfanne festhalten, mit der rechten denKochlöffel handhaben mußte, mag sie wohl, da die beidenHände nicht frei waren, oft bemüßigt gewesen sein, denSpan mit den Zähnen festzuhalten, um den Inhalt derPfanne zu beleuchten.
Ein bemerkenswerter, etwa dem 18. Jahrhunderte ent-stammender Spanleuchter aus gebranntem Ton in Formeines Kegels mit einem wagrechten und zwei senkrechtenSchlitzen für den Span befindet sich im Linzer Museum( Abb. 1), ein aus Stein roh gemeißeltes, aus dem Lungaustammendes Stück mit einem horizontalen Schlitze zur Auf-nahme des Spanes im Museum in Salzburg( Abb. 2).
Brennholzes als auch zum Einklemmen des Spanes bei Ksowie auch zum Auflegen der Spanreste auf dem Schüsselchenoberhalb dieser Klemme.
Einrichtungen zum Auflegen der Späne weisen dieStücke 3 und 19( Tafel 1), 4( Tafel 6), ferner die zumHängen an der Zimmerdecke bestimmten Exemplare 10,II, 12 und 28( Tafel 2 und 3), welche auch mit einemAschenbleche versehen sind, und die in der Art eines Rosteseingerichteten Spanleuchter 73, 74( Tafel 5) auf.
Die Stücke 8( Tafel 1) und 9( Tafel 6), ersteres mitHaken zum Auflegen des Pfannenstieles ausgestattet, letzteresals Holzbock dienend, beide am offenen Herde in Benützung,sind mit einer der Spanklemme ähnlichen Einrichtung ver-sehen, welche jedoch nur ein Rudiment des im Laufe derZeit vom Holzbocke losgetrennten Spanhälters zu sein scheint,wie aus vielen dieser Erscheinung gewidmeten Beobachtungenund Nachfragen zu entnehmen ist.
An dieser Stelle wären auch die Spanhälter 1 und 2
Abb. I.
Abb. 2.
Den verschiedenen Zwecken gemäß sind die Formender Spanhälter unendlich verschieden; sie sind entwederstabil angebracht oder zum Tragen eingerichtet und inbeiden Fällen häufig nach seit, auf- und abwärts ver-stellbar.
Das auf Tafel 2 mit 61 bezeichnete Stück, welches un-zweifelhaft dem 16. Jahrhunderte entstammt, diente sowohlals Bock zum Auflegen des am offenen Herde erforderlichen
Jesu cum Maria Matre et Joseph, of tyrannidem.Herodis, in Aegypto agentis, educatio
Abb. 3.
( Tafel 1) zu erwähnen, welche zum Auflegen oder Anlehnenvon Holzspänen bestimmt waren und in den nächst derZimmertüre angebrachten, mit einem Rauchabzugsrohre versehenen Lichtnischen des Bauernhauses in Verwendungstanden.
Diese Lichtnischen die z. B. in alten Bauernhäusernscheinen früher sehrOberkrains noch häufig erhalten sindallgemein gewesen zu sein und wird diesfalls auf die Abb. 3,