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Emotional turn?! : europäisch ethnologische Zugänge zu Gefühlen & Gefühlswelten : Beiträge der 27. Österreichischen Volkskundetagung in Dornbirn vom 29. Mai - 1. Juni 2013
Entstehung
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vielmehr wird es möglich, Gefühle als beliebig einsetzbar, gezielt verteilbar undvor allem auch als investierbar zu betrachten. So lässt sich nicht nur planvollauf die Urlaubsgefühle der Gäste einwirken, es wird auch möglich, den eige-nen Gefühlshaushalt zu steuern, zu rationalisieren, zu ökonomisieren und zumanagen.21 Interviews mit Privatvermieter/ inne/ n zeigen nun, dass sich solcheBezugnahmen zwar erst parallel zum Erstarken der eher neueren Diskurse umProfessionalisierung und Dienstleistungsqualität verdichteten. Die sukzessiveImplementierung des Vorstellungsbildes lässt sich aber zum Beispiel über dieganz spezifischen Bedeutungszuweisungen verfolgen, die Dinge und Räume da-bei- ebenso sukzessive- erfuhren. Zum Beispiel wurde Privatvermieter/ inne/ nbereits in den 1960er- Jahren empfohlen, einen Aufenthaltsraum einzurichten.Dazu wiederum Informationen aus dem Privaten Beherberger: Privatvermieter/innen verfügten nur über begrenzte finanzielle Mittel für entsprechende In-vestitionen, dennoch sei davon auszugehen, dass es in erster Linie die Atmo-sphäre des Hauses[ ist], die den Gast im Privatquartier anspricht." 22 Der Auf-enthaltsraum sei Empfangsraum, an dem sich der erste Eindruck festmacht.Er solle ,, nicht dürftig aussehen." Grundsätzlich wurde die Funktionalität überästhetische Gesichtspunkte gestellt, aber: Falls man Tischdecken auflegt, dür-fen darüber keine Plastikhüllen gelegt werden, dies empfindet der Gast als eineBeleidigung." Abgeraten wurde von Plastikblumen und von privaten Bildern.Außerdem hieß es: Die billigen Drucke mit den romantischen Wildererdar-stellungen findet man gottlob heute kaum mehr. Der Aufenthaltsraum stehtnicht nur für die Möglichkeit, Distanz zum Gast zu schaffen- hier wurde ihmauch die Funktion zugewiesen, dass sich die Organisation der Emotionsarbeitvereinfacht. Weiter in diesem Beitrag: Ohne diesen Aufenthaltsraum würdenGäste mit Recht in die Küche eindringen und sich dort niederlassen. Eine sehrklare emotionale Vorgabe dazu: Jede Hausfrau wird das auf die Dauer als Lastempfinden. Von Vermieter/ inne/ n bereitgestellte Gesellschaftsspiele hingegengewährleisteten, dass die Gäste sich gegenseitig beschäftigen, umso weniger

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sel: The Sociology of Emotion as a Way of Seeing. In: Gillian Bendelow, Simon J. Williams( Hg.): Emotions in Social Life. Critical Themes and Contemporary Issues, London 1998,S. 3-15, hier S. 10 f.

Mit dieser Formulierung soll angedeutet sein, dass einige Symptome identifiziert werdenkonnten, die auf Privatvermieter/ innen als unternehmerisches Selbst" hinweisen. Dieswurde in die Analyse einbezogen, kann in diesem Rahmen aber nicht behandelt werden.Vgl. Ulrich Bröckling: Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungs-form. Frankfurt a.M. 2007. Vgl. dazu auch: Martina Röthl: Wir müssen immer versuchen,der Vermieterin die Arbeit zu erleichtern." Subjektivierungsprozesse, Arbeit, touristischeDienstleistungs- Praktiken das Beispiel Privatvermietung Tirol. In: Manfred Seifert( Hg.):Die mentale Seite der Ökonomie: Care- Management, Gefühl, Empathie. Dresden 2014,S. 91-107.

22 Alle weiteren wörtlichen Zitate dieses Absatzes stammen aus dem Artikel im Informati-onsblatt des Verbandes der Tiroler Privatvermieter: Der Aufenthaltsraum. In: Der privateBeherberger, 2, 1967, 0.P.

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