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Emotional turn?! : europäisch ethnologische Zugänge zu Gefühlen & Gefühlswelten : Beiträge der 27. Österreichischen Volkskundetagung in Dornbirn vom 29. Mai - 1. Juni 2013
Entstehung
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jekte der Volkskunst präsentierte und erklärte. 32 Die Publikation dieser Bücherstand in Zusammenhang mit der einsetzenden Begeisterung für, bäuerlicheAntiquitäten, die in der Stadt wie auf dem Land von jenen gepflegt wurde, dienicht Teil der Lebenswelt waren, aus der die Objekte an sich stammten. Al-lerdings thematisierten diese Bücher in der Ästhetisierung des Vergangenenindirekt den vollzogenen Strukturwandel in der Landwirtschaft, vornehmlichin Süddeutschland und den Alpenländern.

Der Blick auf die vertriebliche Dichte, mit der das Buch zwischen 1974 und1983 verkauft wurde, zeigt indirekt einen Erfolg an. Auch wenn es in diesemRahmen nicht möglich ist, präzise und anhand konkreten empirischen Materi-als über die Rezipient/ inn/ en dieser Publikation Auskunft zu geben, zeigt sich,dass das Buch weit verbreitet war. Allein im Zentralkatalog der AntiquarischenBücher findet sich der Titel im Juli 2014 in seinen verschiedenen Erscheinungs-formen insgesamt in 56 Exemplaren, als gebundener Bildband mit Papier- Um-schlag ebenso wie in der Taschenbuchausgabe.

Beitls Liebesgaben erschien im Rahmen eines Volkskunst- Hypes' der1970er- Jahre. Kunst- und Antiquitätenhandel konzentrierten sich mit der Pub-likation von aufwendig in Farbe gedruckten Auktionskatalogen auf bäuerlicheKunst.33 Bezeichnenderweise erschien 1978 erstmals wieder ein Nachdruck derfür die Erfindung der Volkskunst" wegweisenden Schrift Alois Riegls: Volks-kunst, Hausfleiß und Hausindustrie. Riegl fordert dort die ökonomische Stär-kung der Landbevölkerung sowie die Förderung künstlerischer Qualität durchdas nationale Hausgewerbe". 34 Das Erscheinen zahlreicher Bildbände zur Volks-kunst, teils sorgfältig ediert durch Kenner und Sammler sowie die Etablierungder Zeitschrift Volkskunst verliefen parallel mit entsprechenden wissenschaftli-chen Untersuchungen zum Thema. 35

Beitls Liebesgaben- Band ist an eine interessierte, regionsverbundene Mit-telschicht gerichtet. Dieses Bilderbuch bereicherte meine frühe Schulzeit aufdem Land. Erst als ich 2004 in Wien Klaus Beitl kennenlernte, erinnerte ich

32 Vgl. Klaus Beitl: Votivbilder. Zeugnisse einer Alten Volkskunst. Salzburg 1973; Ders.:Liebesgaben. Zeugnisse alter Brauchkunst. Salzburg 1974; Ders.: Volksglaube. Zeugnissereligiöser Volkskunst. Salzburg 1978; Ders. Landmöbel. Zeugnisse alter Handwerkskunst.Salzburg 1982.

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Im Bibliothekskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek in München finden sich im Zeitraumzwischen 1970 und 1985 rund einhundert Bände, in denen in Wort und Farbbild Volkskunst"publiziert worden war.

34 Martin Wörner: Vergnügung und Belehrung. Volkskultur auf den Weltausstellungen.1851-1900. Münster, New York 1999, S. 114.

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Um nur einige zu nennen: Lenz Kriss- Rettenbeck: Was ist Volkskunst? In: Zeitschrift fürVolkskunde 68, 1972, S. 1-19; Martin Scharfe: Die Volkskunst und ihre Metamorphose.

In: Zeitschrift für Volkskunde 70, 1974, S. 215-245; Ernst Schlee: Die Volkskunst in Deutsch-land. Ausstrahlung, Vorlagen, Quellen. München 1978; Wolfgang Brückner: Volkskunstund Realienforschung. In: Edgar Harvolk( Hg.): Wege der Volkskunde in Bayern. München,Würzburg 1978, S. 113-139.

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