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Emotional turn?! : europäisch ethnologische Zugänge zu Gefühlen & Gefühlswelten : Beiträge der 27. Österreichischen Volkskundetagung in Dornbirn vom 29. Mai - 1. Juni 2013
Entstehung
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zom ohne Wissensfaden gestalten, die neuen Medien sollten Inhalte nicht alsElemente konsekutiver Logik, sondern als Emergenzen artikulieren. 15 Oder, inder Terminologie der antipädagogischen Lernphilosophie formuliert, die inderselben poststrukturalistischen Bewegung argumentiert: Die Ausstellungsollte keine gründende Geste bieten.16 Damit reagierten die Ausstellungs-macher auf poststrukturalistische Problemstellungen der Philosophie wie dieDekonstruktion souveräner Autorschaft und intentional handelnder Subjekte,aber auch auf die sichtbar werdende Grenze moderner Technikbeherrschungund Rationalität durch die Eigendynamik digitaler Technologien und digitalerFormate. In der Semantik des Ausstellens gesprochen: Den Besuchenden sollnicht mit Exponaten etwas( eine Botschaft, eine Information) gezeigt/ bedeutetwerden, sondern die Besuchenden sind einer Zusammenstellung exponiert, diekonsistente Be- Deutungen( von was auch immer) negiert.

Es ist markant, dass die museologische Diskussion, wenn sie Szenografienicht untersucht, sondern konzipiert, die Immatériaux zwar als Formatrefe-renz verwendet, deren Programm aber regelmäßig in ihr Gegenteil verkehrt:Nicht Kontingenz, Offenheit, Emergenz ist die szenografische Absicht, sonderneine bessere, zuverlässige Übermittlung einer klaren Botschaft: ,,, Scenographieist[...] das Handwerk, dreidimensionale Räume so zu inszenieren, so einzu-richten, dass Inhalte verstärkt durch gestalterische Mittel deutlicher und präg-nanter in ihrer Wirkung und damit in der intendierten Aussage werden""." Gegen-läufig zu jener museologischen Position, die Vermittlung als offenen Prozessgestalten und erforschen will, 18 formulieren manche Vertreter der Szenografie

15 Eine umfassende Rekonstruktion ist: Antonia Wunderlich: Der Philosoph im Museum.Die Ausstellung Les Immatériaux von Jean François Lyotard. Bielefeld 2008.

16 Jacques Rancière: Der unwissende Lehrmeister. Fünf Lektionen über die intellektuelle Eman-zipation. Wien 2007, S. 17.( Engl. Ausgabe: Jacques Rancière: The Ignorant Schoolmaster:Five Lessons in Intellectual Emancipation. Stanford 1991.) Zur Rezeption antipädagogischerLernphilosophie in neuen Ansätzen des Kuratierens und Vermittelns siehe Elisabeth Timm:Partizipation. Publikumsbewegungen im modernen Museum. In: MAP- Media| Archi-ve| Performance# 5, 2014. Online unter: http://www.perfomap.de/( Zugriff: 22.1.2016);zum wissenschaftlichen Feld und zur politischen Absicht des, Rhizoms" siehe ElisabethTimm: Bodenloses Spurenlesen. Probleme der kulturanthropologischen Empirie unter denBedingungen der Emergenztheorie. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 116, 2013,H. 1/2, S. 49-75.

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Martin Roth: Scenographie. Zur Entstehung von neuen Bildwelten im Themenpark der Expo2000. In: Museumskunde 1, 2001, S. 25-32, hier S. 25, zit. nach Thiemeyer( wie Anm. 6),S. 211( Hervorhebungen d. Verf.).

18 Z.B. Nicola Lepp: Ungewissheiten. Wissens( v) ermittlung im Medium Ausstellung. In: GiselaStaupe( Hg.): Das Museum als Lern- und Erfahrungsraum. Grundlagen und Praxisbeispiele.Wien u.a. 2012, S. 60-68; Übersicht der theoretischen Referenzen: Claire Bishop( Hg.):Participation. London, Cambridge 2006; Felicity Allen( Hg.): Education. London, Cambridge2011; als Reflexion eines Beispiels: Kathrina Dankl, Tena Mimica, Lukasz Nieradzik, KarinSchneider, Elisabeth Timm: Faultlines of participation: An ethnography translated into anexhibition on family and kinship. In: museum and society 11, 2013, No. 1, S. 82-99. Online

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