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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Der Verein und die österreichische Nachkriegsvolkskunde

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erkennen vermeinte so liegt der solcherart georteten Distanzierungseines ehemaligen Schülers gewiss vor allem dessen immer stärkererImpetus zugrunde, wissenschaftliches Erkenntnisinteressegesellschaftlichen Prozess nicht abzukoppeln und die Frage nach,, Nutzen und Nachteil der Volkskunde 158 nicht in Plädoyer[ s] fürgestalthaftes Sehen❝159 versickern zu lassen.

Was sich in Differenzen wie der hier exemplarisch angedeutetenspiegelt, ist die generell wachsende gegenseitige Entfernung derStandpunkte, sind die zunehmenden Kommunikationsbarrieren in derDisziplin, deren Vertreter höchst unterschiedliche Überzeugungen hin-sichtlich des, Wissenswerten' in der Volkskunde und deren Fach-spezifik❝160 hegten. Schlagwortartig polarisierend gesagt, standen mitder Zeit auch hierzulande in gegenseitiger Verständnislosigkeit dieVerfechter einer nostalgisch- retrospektive( n) Bezugsrichtung❝16 jenenProtagonisten einer entzauberten Volkskunde❝162 gegenüber, dieunter Rückgriff auf mitunter recht heterogene und divergente Methodikaus benachbarten bzw. zu Nachbarwissenschaften deklariertenDisziplinen den Standort der Volkskunde aus dem Bereich bloßerHarmlosigkeiten 163 zu verlegen und sozialwissenschaftlich Zufundamentieren suchten. Und mit der zunehmenden Rezeption desdisziplinären Strukturwandels in Deutschland- seinerzeit wohl tatsächlichder große Bruder" 164 der hiesigen Volkskunde, konzediert man, dass eseinen Imperialismus der Qualität( Le Goff) gibt- ist die, Kritik desKanons und der Tradition', der, Theoriefeindlichkeit, der fehlenden

157 Richard Wolfram: Um den Begriff der Gemeinschaft. Bemerkungen zu der Arbeit von H.Fielhauer, Maulgabe und Mahlgemeinschaft. In: ÖZV 77/28, 1974, S. 143-152, S. 143.158 vgl. Dieter Kramer: Wem nützt Volkskunde? In: Zeitschrift für Volkskunde 66, 1970, S. 1-16[ Diskussion ebda, S. 16-59].

159 Richard Wolfram: Plädoyer für gestalthaftes Sehen. In: Zeitschrift für Volkskunde 66,1970, S. 28-32.

160 Hermann Bausinger: Zur Spezifik volkskundlicher Arbeit. In: Zeitschrift für Volkskunde76, 1980, S. 1-21.

161 Ina- Maria Greverus: Zu einer nostalgisch- retrospektiven Bezugsrichtung der Volkskunde.In: Hessische Blätter für Volkskunde 60, 1969, S. 11-28.

162 Heinrich Bessler: Entzauberte Volkskunde. In: Antaios XII, 1970, S. 216-230.

163 Hermann Bausinger: Volkskunde. Von der Altertumsforschung zur Kulturanalyse.Tübingen 1971. S. 270.

164 Reinhard Johler: Der große und der kleine Bruder, in: Kuckuck 4/1( 1989), S. 24-26.