Konsolidierungen
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etwa auch über„ Flachsbau und Flachsbereitung in Umhausen[ imÖtztal] 347 und unterscheidet sich in solchen uns fachlich wiegeographisch naheliegenden Abhandlungen von diverser zeitgleicherschienenen einschlägigen Literatur höchstens durch ihren nüchtern-sachlichen Beschreibungsmodus( wie er ja etwa auch EugenieGoldstern 348attestiert wird). Und auch die Tatsache, dass Schmidl nichtnur Mitglied des Volkskundevereins, sondern auch und vor allem derWiener Anthropologischen Gesellschaft gewesen ist, entfremdet sienicht der volkskundlichen Fachgeschichte. Denn in dieser seit 1870etablierten Gesellschaft waren ja, wie weiter oben bereits angemerkt,praktisch alle, die an der Gründung bzw. Entwicklung des Vereinsirgend Anteil gehabt haben, versammelt, von Haberlandt, Hein,Hoernes oder Heger bis hin zu Grössl oder Helfert undselbstverständlich auch Rudolf Trebitsch.
Keine Mitglieder der Anthropologischen Gesellschaft allerdingssind Heinrich Moses und Adelgard Perkmann gewesen. Wie ja aucheben diese beiden- Moses, der praktizierende Jude, und Perkmann, diedeutsch- national sozialisierte, später rassisch verfolgte Volkstums-pflegerin- bis zu ihrem Ende der sich aus verschiedenen disziplinärenRichtungen damals herausmendelnden Volkskunde treu geblieben sind.Warum dem so ist, darauf kann hier keine Antwort gegeben werdenund die hier angerissenen höchst unterschiedlichen persönlichen undwissenschaftlichen Biographien sollten vor allem auf die Schwierigkeitverweisen, den Vertretern der jungen Volkskunde jeweils individuellgerecht zu werden. Schließlich ist die Gefahr vorschneller gesellschaft-licher, weltanschaulicher oder auch disziplinärer Zuschreibung umsogrößer bei einem Fach, das wohl nur zu oft weniger eine Wissenschaft alsvielmehr die Artikulationsform einer Stimmung, eines Gestimmtseins,
347 Schmid 1913( wie Anm. 333).
348 Über Eugenie Goldstern gibt es eine penibel recherchierte( wenngleich letztlich etwasromanhaft ausgefallene) Biographie von Albert Ottenbacher( Albert Ottenbacher: EugenieGoldstern. Eine Biographie. Wien 1999). Siehe auch den Ausstellungskatalog FranzGrieshofer, Kathrin Pallestrang, Nora Witzmann( Red.): Ur- Ethnographie. Auf der Suchenach dem Elementaren in der Kultur. Die Sammlung Eugenie Goldstern(= Kataloge desÖsterreichischen Museums für Volkskunde 85). Wien 2004. Im Februar 2005 war Goldsterneine Tagung(„, Eugenie Goldstern und ihre Stellung in der Ethnographie“) gewidmet; das dortgehaltene Referat ist auch in obige Überlegungen eingeflossen, vgl. Herbert Nikitsch: Moser,Schmidl, Trebitsch& Co. Halbvergessenes aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde In:ÖZV 108/59, 2005, S. 275-294.