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Konsolidierungen
und schließlich in den Freitod geführt hat ³¹7. Und was sein familiäresUmfeld anlangt, so wissen wir nur aus Theodor Lessings Studie überden jüdischen Selbsthaẞ", dass sein Vater, der Seidenfabrikant OscarTrebitsch, aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten ist- und dies ingewissermaßen renegatenhafter Manier:„[ Er] ließ seine drei Söhne,obwohl der Stammbaum beider Eltern rein jüdisch war, ohneVerbindung mit der alten Überlieferung aufwachsen und erfüllte ihreHerzen mit deutschen Hochzielen“. 318 Ob er mit Letzterem bei seinemältesten Sohn Rudolf ähnlich erfolgreich gewesen ist wie bei seinemjüngsten, dem bekannten antisemitischen Publizisten und„ jüdischenSelbsthasser" Arthur Trebitsch, geht aus dieser knappen Bemerkungnicht hervor, lässt sich jedoch angesichts dessen auch geographischweit ausholenden Interessen zumindest in Zweifel ziehen.
319
Diese seine geographisch ausholenden Interessen dokumentierteTrebitsch in einer Reihe von Veröffentlichungen' wie er seine auchinhaltlich weitgespannten Ausgriffe etwa in jener„ ethnologischenStudie<< 320unter Beweis stellte, in der er, ein Vierteljahrhundert vor LilyWeiser- Aalls einschlägigem Werk³21, den„ Versuch einer Psychologieder Volksmedizin und des Aberglaubens" vorlegte und dabei mitseinem Vorwurf an die zeitgenössische Literatur, bloße„ Aufsammlungvon Tatsachen" ohne jedwede„ Motivierung der ziemlich reichlich vonallen Seiten zusammengetragenen Erscheinungen" 322 zu bieten, bereitseine Kritik des„ Handwörterbuchs des deutschen Aberglaubens", jenergroßangelegten, von 1927 bis 1942 in zehn Bänden vom„ Verbanddeutscher Vereine für Volkskunde“ herausgegebenen Material-sammlung gewissermaßen vorwegnahm. Trebitschs volkskundlich-
317 Ebda.
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318 Theodor Lessing: Der jüdische Selbsthaß. Berlin 1930, S. 101( hier über Arthur TrebitschS. 101-131).
319 Genannt seien hier: Bei den Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag Eskimos in Westgrönland. Ergebnisse einer Sommerreise imJahre 1906 von Rudolf Trebitsch nebst einem ethnologischen Anhang von Michael Haber-landt. Berlin 1910, sowie der Beitrag über„ Eine rumänische Hänge- und Tragewiege" in derZeitschrift für österreichische Volkskunde 21, 1915, S. 58-64.
320 Trebitsch( wie Anm. 313).
321 Lily Weiser- Aall: Volkskunde und Psychologic. Eine Einführung. Berlin, Leipzig 1937.322 Trebitsch( wie Anm. 313), S. 169.
323 Zur Entstehungsgeschichte des HDA vgl. Daxelmüller, Christoph: Vorwort. In: HannsBächthold- Stäubli und Eduard Hoffmann- Krayer( Hg.): Handwörterbuch des deutschen