Druckschrift 
Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

108

-

Konsolidierungen

86

-

zu ent-

Jedenfalls war man damals, anderthalb Jahrzehnte vor der offiziellenGründung des Museums, nach langer Suche an einem wenn auch be-scheidenen Ziel angelangt: Wenn es auch nur, wie es aus gegebenemAnlass in den Vereinsmitteilungen 1897 heißt, ein Provisorium istoder vielmehr ein hoffnungsvoller Anfang, so gibt er doch, wie aus demgleichzeitig ausgegebenen Katalog ersichtlich, die Gewähr einesununterbrochenen Anwachsens und energischer Ausgestaltung für dieZukunft.[...] Der Zuspruch der Bevölkerung ist im Ganzen ein er-freulich reger. 6685 Was die inhaltliche Gestaltung dieses Provisoriums"anlangt, ist der Vorbemerkung des genannten( ersten) Sammlungs-katalogs der( Stichwort Zuspruch) bereits kurz nach Erscheinenvergriffen war und nochmals aufgelegt werden musstenehmen, dass die Aufstellung der Sammlung mit Rücksicht auf diebeschränkten Räumlichkeiten und die Art der übernommenen nachsachlichen Eintheilungsprincipien[ erfolgte], während dem ethnograph-ischen Gesichtspunkte durch die Aufstellung geschlossener Interieurszur Veranschaulichung der Hauscultur verschiedener österreichischerVölkerstämme Rechnung getragen ist 87- wobei, wie Haberlandt inVorbereitung der Ausstellung schreibt, auf das Durchgreifen der ge-meinsamen, in den bäuerlichen Lebensverhältnissen wurzelnden Züge,ebenso wie auf das Hervortreten der ethnographischen Besonderheitendas Augenmerk gelenkt werden wird." Wie Derartiges realiter sichdamals in der, Börse dargestellt hat, davon vermittelt Leopold Schmidtin seiner Museumsgeschichte ein recht anschauliches, freilich nichtunkritisches Bild:

6688

Die Ausstellung war, wenn man von den alles überragenden Säulenmit ihren prunkvollen Kapitälen, von den klassischen Türbekrönungenund ähnlichen raumgebundenen Schrecknissen absieht, dem Wesen derSammlung, wie man sie eben erstellt hatte, sehr angemessen. Was manan Stuben, an Möbeln, zusammengetragen hatte, das konzentrierte man

85 ZfoV 3, 1897, S. 22.

86

Wobei die Auflagenhöhe, wie das jeweilige Impressum ausweist, sich auf 1000 Stück belief.87 Katalog der Sammlungen des Museums für österreichische Volkskunde in Wien. Unter Mit-wirkung von Dr. Wilhelm Hein und Franz X. Grössl verfasst von Michael Haberlandt. Wien1897, S. 5.

88 Michael Haberlandt: Die Einrichtung des Museums für österreichische Volkskunde inWien. In: ZfoV 2, 1896, S. 287 f., hier S. 287.