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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Konsolidierungen

Ausführungen die seinerzeitigen Entwicklungstendenzen im Museal-wesen allgemein und im volkskundlichen Ausstellungswesen im be-sonderen berücksichtigt hat. 3 Als späterer Vereinspräsident undMuseumsdirektor ist er freilich nicht immer ohne Ressentiments seinenVorgängern gegenüber gewesen, wie sie sich etwa in wiederholten ab-schätzigen Äußerungen generell zur Sammlungsprogrammatik und imspeziellen zu den museologischen Fähigkeiten Michael Haberlandtsniederschlagen. Derlei Kritik mag berechtigt sein- und im ersteren Fallihr Gegenstand tatsächlich nicht zuletzt auf der von Schmidt ange-deuteten Tatsache beruhen, dass sich im Gegensatz etwa zur BerlinerMuseumsgründung dem bereits genannten, 1889 gegründeten,, Museum für Deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Haus-gewerbes", dem 1891 ein Unterstützungsverein( Verein des Museumsfür Deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes") zurSeite gestellt worden war- in Wien die Verantwortung in diesenFragen ,, dauernd auf wenige Personen, mitunter auf eine einzige[ kon-zentrierte]". Und gerade darin hat Schmidt eine Situation gesehen, deren,, Vorteile und Gefahren[...] auf der Hand[ liegen].

Die Vorteile, um zunächst auf diese zu kommen, lagen in dem unge-bremsten Impetus, mit dem das im Paragraph 3 der Vereinsstatutenfestgeschriebene Programm einer Anlegung von Sammlungen, welcheim Laufe der Zeit zu einem Museum für österreichische Volkskundeauszugestalten wären, vorangetrieben wurde. Dabei stand man nichtgeringen Schwierigkeiten gegenüber zuvorderst etwa der Tatsache,dass der Verein in den ersten zwei Jahren seines Bestehens keineeigenen Lokalitäten besaß. Während die Mitgliederversammlungen undVorträge, terminlich meist zusammenfallend, damals an verschiedenenOrten abgehalten wurden- gewöhnlich im Sitzungssaal des alten Rat-hauses in der Wipplingerstraße 8, daneben wurden aber auch andereRäumlichkeiten, etwa der, Sprechsaal des Curators des Theresianums,

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Leopold Schmidt: Das Österreichische Museum für Volkskunde. Werden und Wesen einesWiener Museums(= Österreich- Reihe 98/100). Wien 1960.

+ Zum personellen Umfeld der Berliner Gründung siehe Ulrich Steinmann: Gründer undFörderer des Berliner Volkskundemuseums. Rudolf Virchow- Ulrich Jahn- Alexander MeyerCohn Hermann Sökeland- James Simon. In: Staatliche Museen zu Berlin. Forschungen undBerichte 9, 1977, S. 71-112.

Schmidt 1960( wie Anm. 3), S. 16.