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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Gründerjahre

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Laufbahn, die mangels anderer Quellen mit den Angaben in Lehmann'sAdreẞbuch grob angedeutet sei: Ab 1883 firmiert er als Hauseigen-tümer" in Obersievering³17, lebt später, mit dem Zusatz ,, Beamter undab 1890 ohne den Vermerk Hauseigentümer" eingetragen, in Währing,um dann mit seiner vierköpfigen Familie in Hernals, in der Leopold-stadt und schließlich am Alsergrund zu wohnen. Ab 1899 wird erimmerhin als, Ritter des päpstlichen Silvesterordens" ³18 angeführt, wasein Licht auf die weltanschauliche Ausrichtung Grössls wirft³19, der ab1898 auch Mitglied der oben im Zusammenhang mit dem FreiherrnHelfert genannten Leo- Gesellschaft gewesen ist. 320

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Wieweit der skizzierte Weg vom Privatier" zum Beamten aucheinen ökonomischen Abstieg bedeutet hat, muss angesichts der er-wähnten spendablen Haltung" Grössls dem Verein gegenüber offenbleiben. Allerdings finden sich für seine späteren Jahre in den Akten somanche Benachrichtigungen des Oberstkämmereramtes über Exekutions-klagen gegen Grössl, wobei als betreibender Gläubiger" etwa ein Allgemeiner Grazer Selbsthilfe Verein reg. Genossenschaft mit be-schränkter Haftung in Graz³22 auftritt, der beispielsweise im Jahre1902 und 1903 jeweils eine Exekutionsbewilligung zur Hereinbrin-

317 Ein älterer Bruder, Eduard Grössl, findet sich im Lehmann' ab 1876 als Hauseigentümerund Badhausbesitzer ebenfalls in Obersievering, zuvor in Brigittenau als Eisengießerei u.Masch. Fab. Besitzer. Ein Franz Grössl, der im, Lehmann bis 1881 als Lehrer in Ober- bzw.Untersievering angeführt wird, ist mit unserem Präparator wohl nicht ident.

318 Vgl. auch HHSTA 1898 r 40/2, wo Grössl in einem Verzeichnis jener Personen aufscheint, die,, die ihnen verliehenen fremdländischen Orden bzw. Medaillen annehmen und tragen dürfen.319 Der Silvesterorden, 1841 von Gregor XVI. aus dem Orden vom Goldenen Spornumgewandelt, wurde laut zeitgenössischer Enzyklopädie als Belohnung ausgezeichneterRechtschaffenheit an religiöse und in Kunst und Wissenschaft erfahrene Leute, welche sichum den Katholizismus, die Menschheit und den apostolischen Stuhl verdient machenverliehen; der Orden hatte bis 1905 zwei Klassen, Komtur und Ritter. Meyers Konversations-Lexikon. 4. Aufl. 7. Band. Leipzig- Wien 1890, S. 486.

320 Jahrbuch der Leo- Gesellschaft für das Jahr 1898, Mitgliederverzeichnis S. 177.

321 Auch seiner Dienststelle dürfte Grössl einige Geschenke überlassen haben; dafür sprichtwenigstens eine Notiz im Bestandsarchiv des Völkerkundemuseums:, 2 Zigarrenspitzen ausBosnien. Geschenk des Herrn F. X. Grössl".

322 Einer jener damals in großer Zahl existierenden Vorschuss-, Kredit- und Konsumvereineder kleinen und mittleren Beamtenschaft, die nach dem Vorbild Schulze- Delitzsch' eine, sociale Selbsthilfe der ökonomischen Staatshilfe vorzogen; vgl. zu diesen Beamten-vereinen Megner 1986( wie Anm. 261), S. 195-209.