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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Gründerjahre

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lichen Erschließung des Museumsbestandes- etwa als Mitherausgeberdes ersten Sammlungskatalogs" erworben hat, so war es wohl rechtund billig, wenn ihm nicht nur im Jahre 1901 mit allerhöchster Ent-schließung" der Ausdruck der Allerhöchsten Anerkennung" bekannt-gegeben wurde³11, sondern bereits im März 1895 das, silberne Ver-dienstkreuz mit der Krone des Franz- Joseph- Ordens verliehen wordenworden war³12

Das war keine geringe Auszeichnung für jemanden, der sich erst imAlter von 32 Jahren auf eine Präparatorenstelle mit der XI. Diäten-klasse 313 im k.k. naturhistorischen Hofmuseum beworben und hier 1885als Aushilfsdiener der anthropologisch- ethnographischen Abteilungvorerst probeweise" eine Anstellung gefunden hat. 314 Damit hatteGrössl, der( am 8. Dezember) 1853 in Brigittenau geboren wurde, eineLaufbahn eingeschlagen, die ihm als Sohn eines aus Böhmen stammen-den ,, Grundbesitzers, Maschinenfabrikanten und Bürgers von Wien 315nicht in die Wiege gelegt war und die ihn vom Privatier und Haus-besitzer³ zum Staatsbediensteten der unteren Kategorie führte- eine

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310 Katalog der Sammlungen des Museums für österreichische Volkskunde in Wien. UnterMitwirkung von Dr. Wilhelm Hein und Franz X. Grössl verfasst von Michael Haberlandt".Wien 1897. Vgl. auch Franz X. Größl: Die Länge Mariae. In: Zeitschrift für österreichischeVolkskunde 3, 1897, S. 366 f.

311 Mittheilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde. In:Zeitschrift für österreichische Volkskunde 7, 1901, S. 199. Im gleichen Jahr wurde MichaelHaberlandt der Franz Joseph- Orden verliehen.

312 HHSTA, 1895 r 150/5. Der Franz Joseph- Orden, 1849 gestiftet und ohne Rücksicht auf Ge-burt, Stand und Konfession verliehen, hatte drei Klassen und war( als Massenordenschlechthin", dessen bürgerliche Inhaber nichtadelige Ritter" blieben) der bis zum Ende derMonarchie am häufigsten verliehene Orden und begehrter, krönender Abschluss einer Karriereim mittleren und niederen Beamtentum. Vgl. Megner( wie Anm. 261), S. 329; Václav Mericka:Orden und Ehrenzeichen der österreichisch- ungarischen Monarchie. Wien- München 1974, S. 108 f.313 1873 sind elf Rang- oder Diätklassen der Beamtenschaft geschaffen worden, die fürEntlohnung und hierarchische Stellung des einzelnen Beamten bestimmend waren; Megner1986( wie Anm. 261), S. 336.

314 HHSTA, 1885 r 50/ a/ 12.

315 Vgl. die Heimatrollen von Franz, Eduard sen., Eduard jun. und Robert Grössl( MA 61,Staatsbürgerschafts- und Personenstandsangelegenheiten).

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,, Es ist ein deutliches Indiz für die Bedeutung bestimmter Prestigefaktoren innerhalb derbürgerlichen Gesellschaft, dass man an Stelle einer Berufsangabe ganz ostentativ Bezeich-nungen wie Hauseigentümer', Privater' ,, Gutsbesitzer u.ä. findet. Die hohen Mietzins-einkünfte ermöglichten es nach Angaben von 1869 immerhin ca. 19 Prozent aller HausbesitzerWiens, allein vom Ertrag ihrer Realitäten zu leben"; Stekl 1975( wie Anm. 216), S. 319.