Gründerjahre
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daran gemeinsam mit Prälat Franz Martin Schindler, dem Pro-grammatiker der christlich- sozialen Partei und der„ Reichspost" 229, die,, Leo- Gesellschaft“, deren Präsident er 1892 bis zu seinem Tod ge-wesen ist. 230Die fast regelhafte Verbindung der mit dem Aufstieg derchristlich- sozialen Partei einhergehenden katholischen Kulturbewegungmit prodeutschen Einstellungen, für die etwa der bereits genannteRichard Kralik prototypisch ist, findet sich freilich bei Helfert naturge-mäß nicht. Er blieb bis zu seinem Ende jenem ausgeprägten, vongemäßigt slawophilem Zug grundierten gesamtösterreichischen Patriotis-mus treu, zu dem sich die Agenden seiner weiteren Laufbahn nach seinerTätigkeit als Unterstaatssekretär im Unterrichtsministerium gut fügten.
Helfert, der nach der Liquidation des Unterrichtsministeriums 1860ins neugeschaffene Staatsministerium gewechselt hatte, wurde auf Vor-schlag Schmerlings eine„ gehalts- und rangmäßig adäquate Stellung"als Präsident der 1850 gegründeten„ Kaiserlich- königlichen Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale“( späterBundesdenkmalamt) 231 angeboten, eine Funktion, die er in Ablöse Karl
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Der Helfert zuweilen sein feuilletonistisches Talent zur Verfügung gestellt hat, vgl.Friedrich Funder: Vom Gestern ins Heute. Aus dem Kaiserreich in die Republik. Wien-München 1971, S. 133.
230 Dieser nach dem Vorbild der deutschen„ Görres- Gesellschaft“ und der ungarischen,, Stephans- Gesellschaft" ins Leben gerufene„ Verein christlicher Gelehrter und Freunde derWissenschaft“ wandte sich in Vorträgen, Kursen, Zeitschriften und Publikationen, deren Zahl,, nicht abzusehen ist“( Sauer), an eine breite Öffentlichkeit mit dem Ziel einer Verein-heitlichung und Stärkung der wissenschaftlichen Aktivitäten des katholischen Lagers; s.Walter Sauer: Katholisches Vereinswesen in Wien. Zur Geschichte des christlichsozialen-konservativen Lagers vor 1914(= Geschichte und Sozialkunde 5). Salzburg 1980, S. 257 und115; vgl. auch Helmut Engelbrecht: Geschichte des österreichischen Bildungswesens. Bd. 4:Von 1948 bis zum Ende der Monarchie. Wien 1986, S. 359; Franz Loidl: Geschichte desErzbistums Wien. Wien, München 1983, S. 275-277; F. M. Schindler: Die Leo- Gesellschaft1891-1901. In: Die Kultur 2, 1901, 401-407.
231 Auf Antrag des Handelsministers Bruck geschaffen, unterstand die Zentralkommissionzunächst dem Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Bauten, wurde 1859 demUnterrichtsministerium unterstellt, nach dessen Liquidation 1860- wie die gesamten Unter-richts- und Cultusangelegenheiten- einer Abteilung des neugeschaffenen Staatsministeriumszugeordnet, um 1867 wieder dem reaktivierten Ministerium für Cultus und Unterricht zuunterstehen; s. Walter Frodl: Die Einführung der staatlichen Denkmalpflege in Österreich. In:Das Zeitalter Kaiser Franz Josephs I. Von der Revolution zur Gründerzeit(= Katalog des NÖLandesmuseums, N.F. Nr. 147). Wien 1984, S. 395-400. Zur Berufung Helferts und zu seinemWirken in der Zentralkommission s. Richard Perger: Die Gründung des Vereins fürLandeskunde in Niederösterreich- Folge eines Konflikts? In: Jahrbuch für Landeskunde vonNiederösterreich, N.F. 53, 1987, S. 117-172, bes. S. 126-134.