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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Gründerjahre

finden, dann werden Vorträge u.s.w. in tschechischer, slowenischer undpolnischer Sprache für die wissenschaftliche Welt unverstandenbleiben. Denn die Vertreter aller jener Völkerschaften werden sich ihresIdioms bedienen, bloss damit es gehört wird, wenn sie auch alle rechtgut deutsch verstehen und sprechen.[...] Die entschiedene Betonungdes Deutschen als Vereinssprache wäre daher im Interesse der Wissen-schaft notwendig gewesen. 187.

** 189

Andree( und deshalb wird er hier zitiert) weist in seiner Anzeige nichtnur auf die geographische Herkunft der Protagonisten des WienerVereins mit seinen Vorbehalten trifft er, wenn auch ex negativo, zu-gleich jenes bereits angesprochene Hauptmovens seiner Gründung: Inder elften Stunde entstanden"( so Andree 188), hoffte dieser Verein, zuallen unseren Völkern zu gelangen und das weite Arbeitsfeld von denKarpathen bis zur Adria[...] zu durchmessen" 1 so hatten die WienerVereinsproponenten das Programm dieses in ihren Augen eminentpatriotische[ n] Institut[ s], das sich der vollsten Theilnahme aller gebil-deten Kreise Wiens erfreut 190, artikuliert. Und dieses Programm spiegeltauch die allgemeine politische und gesellschaftliche Konstellation, ausdenen der Verein für österreichische Volkskunde seinen Ausgang ge-nommen hat. Wobei dessen von Andree angesprochene nationale Viel-falt etwa in der Verteilung der insgesamt 20 Ausschussräte übrigenskaum auszumachen ist' und somit das gesellschaftliche Ambienteseiner Mitglieder und Funktionäre in den Vordergrund des Interessesrückt.

191

187 Globus( wie Anm. 181).

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Ebda.

Michael Haberlandt: Vorerinnerung. In: Zeitschrift für österreichische Volkskunde 2, 1896,S. 1-2, S. 2.

190 So oder ähnlich die gern geübte Selbstdarstellung des Vereins, hier zitiert nach einemSchreiben des k.u.k. Intendanten des k.k. naturhistorischen Hofmuseums, Franz Steindachner,seinerseits Vereinsmitglied, an das Obersthofmeisteramt vom 16. Jänner 1897, HHStA, 1897 r76/3.

191 Je zehn Ausschussräte waren in Wien und in den Königreichen und Ländern nominiert;für letztere firmierten Gustav Bancalari( Linz), Karl Lacher( Graz), Simon Laschitzer( Klagenfurt), Alexander Makowsky( Brünn), Lubor Niederle( Prag), Jaroslav Palliardi( Znaim), Alexander Petter( Salzburg), Carl A. Romstorfer( Czernowitz), Franz Ritter vonWieser( Innsbruck), Roman Zawilinski( Krakau).