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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
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hatte 173

Gründerjahre

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wobei es sich übrigens um jenen Nikolaus Dumba¹74handelt, den seinerzeit Kronprinz Rudolf zu Vorbesprechungen überseine geplante ,, österreichisch- ungarische Monarchie in Wort und Bildherangezogen hatte, jenem Werk, das zumindest in seiner ursprüng-lichen Intention jedes Volk gleichberechtigt nebeneinander vorzuführengedachte und so etwa- nach einem frühen, möglicherweise noch vonErzherzog Johann stammenden Entwurf expressis verbis Fremde,Juden, Zigeuner Glossary ::: show glossary-entry  Zigeuner vorurtheilsfrei und insbesondere das Judenthum alsCultur- Element" zu würdigen sich vornahm.

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Doch so sehr auch das Kronprinzenwerk" zumindest auf den erstenBlick als literarisches Pendant zum Haberlandtschen Vielvölker-museum" zu sehen ist: Dessen Gründer hat sich in seinen Veröffent-lichungen, etwa in jenen bereits genannten mit leichter, schneller Feder"verfassten völkerkundlichen Überblicksdarstellungen, in mancherHinsicht durchaus anders geäußert und scheint im weiteren nur zu gernzeitgeistiger Stereotypik gefolgt zu sein. Wobei, wenn die welt-anschaulich- politische Entwicklung Haberlandts, der ja immerhinzuweilen ,, wegen einer gewissen Slawophilie von den Wiener Deutsch-nationalen angegriffen" worden ist 177, immer mehr in eben diesedeutschnationale Haltung getriftet sein sollte, dies dem historischenTrend des parteipolitischen Liberalismus durchaus konform gegangenwäre. Und wenn die angesprochene spätere Haltung Haberlandts

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Brigitte Hamann: Rudolf. Kronprinz und Rebell. München 1999, S. 227. Dumba hatte sichin einer Rede am 11. 1. 1886 dahingehend geäußert, dass der Antisemitismus, der unseremZeitalter zur Unehre gereicht, jeder wahren Bildung und Kultur ins Gesicht schlägt und denNamen Österreich im Auslande kompromittiert.( zit. ebda.).

174 Nikolaus Dumba( 1830-1900), Industrieller, Politiker, Herrenhausmitglied, Kunstmäzenund in den verschiedensten kulturellen Vereinigungen wirkend, wird bereits im erstenMitgliederverzeichnis des Vereins von 1895 genannt und 1896 als Ausschussrat kooptiert. MitDumba, der gute Beziehungen zum Kaiserhaus unterhielt und Mitglied des Kunstrates desMinisteriums für Kultur und Unterricht war, hatte sich die Vereinsleitung eineswohlwollenden Fürsprechers bei dieser Behörde und am Hofe versichert. Vgl. Czeike( wieAnm. 44); ÖBL( wie Anm. 80); Elvira Konecny: Die Familie Dumba und ihre Bedeutung fürWien und Österreich. Wien 1986.

175 Zit. bei Brigitte Hamann: Rudolf, Kronprinz und Rebell. München 1999, S. 227.

176 Schmidt 1960( wie Anm. 20), S. 20.

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Schmidt 1960( wie Anm. 20), S. 39.

178 Josef Vesely: Der Niedergang des deutschen Liberalismus in Österreich und seineUrsachen. Diss. Wien 1958; Lothar Höbelt: Kornblume und Kaiseradler. Die deutsch-freiheitlichen Parteien Altösterreichs 1882-1918. Wien 1993.