Gründerjahre
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Wenn nun Haberlandt auch kein„ Schriftsteller" im eigentlichen,also künstlerischen Sinn des Wortes gewesen ist: ein„ Feuilletonist"war er allemal¹Hierin folgte er dem Vorbild seines älteren BrudersGottlieb 154, der bereits im Alter von neunzehn Jahren unter dem Pseu-donym„, Friedrich Kürenberg" 155 seine„ Prosaskizzen“ 156 in der„, WienerLandwirtschaftlichen Zeitschrift“ veröffentlicht hat – jenem von der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft in Wien herausgegebenen Periodikum,das wie so viele Journale seiner Zeit( noch ganz klassisch auf derTitelseite jeder Ausgabe„ unter dem Strich") regelmäßig ein„ Feuilleton" brachte und in dem auch Vater Haberlandt unter dem Titel,, Ein französischer Landwirth"( WLZ 1873, Nr. 34) über die„, be-treffende Abtheilung der westlichen Agriculturhalle" auf der Weltaus-stellung 1873 berichtete. Solcherart war Michael Haberlandt, vomTrend der Zeit abgesehen 157, nicht unvorbelastet, und„ wesentliche Ver-öffentlichungen aus seiner Feder zeigen ihn auch tatsächlich nicht alssystematischen Forscher, sondern fast als ästhetisch interessiertenLiebhaber.[...] Eine leichte, schnelle Feder hat diese Bücher lang be-kanntbleiben lassen".
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Es waren im übrigen Bücher, deren Thematik immer wieder undbezeichnenderweise über den völker- bzw. volkskundlichen Bereichhinausgingen,„ bald nicht nur indologisch- literaturwissenschaftliche
153 Nach eigener Aussage brachte Haberlandt„ Hunderte von Feuilletons in der Neuen FreienPresse, im Neuen Wiener Tagblatt', der Wiener Zeitung', der Zeit, im Fremdenblatt"heraus; Michael Haberlandt: Meine Lebensarbeit. In: WZV 45, 1940, S. 66-68, S. 67.15+ Gottlieb war es auch, der anno 1873- Vater Haberlandt hatte eben in Wien seine Professorfür landwirtschaftliche Pflanzenbaulehre an der Hochschule für Bodenkultur angetreten-„ mitseinem jüngeren Bruder Michael in den Prater, zur Wiener Weltausstellung[ ging], wo auchdas, Ethnographische Dorf zu sehen war"( Schmidt 1960[ wie Anm. 20], S. 19.). Womit deroben bereits angedeutet Einfluss des Weltausstellungswesens auf die Entwicklung des volks-kundlichen Museumswesen und damit auch auf das des Museums für Österreichische Volks-kunde auch eine biographische Dimension erhält:„ Man könnte sich vorstellen, dass diese über-aus wichtige Ausstellung auf den heranwachsenden Knaben von tiefem Eindruck war.“( ebda.)155 Karl M. Klier: Die Familien Haberlandt- Thirring und die burgenländische Heimat- undVolkskunde. In: Burgenländische Heimatblätter 32, 1970, S. 11-17, S. 13.
156 Etwa- neben Naturstudien wie die über„ Unsere Hausgans"( WLZ 1872, Nr. 31) oder über„ Meister Lampe"( WLZ 1873, Nr. 10.) – die in fünf Folgen erscheinenden„ Bilder vom Welt-ausstellungsplatze“ mit dem Titel„ Das Bauernhaus"( WLZ 1873, Nr. 21, 27, 33, 38 und 41).157 Siehe etwa: Kunst des Tages. Eine Sammlung Wiener Meisterfeuilletons herausgegebenund eingeleitet von Alfred Zohner. Wien 1946.
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Schmidt 1960( wie Anm. 20), S. 20.