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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Gründerjahre

Arbeitsleistung, welche ohne Überschreitung der gewöhnlichen Amts-stunden bequem in drei Monaten absolviert werden kann, und zwar inweit sorgfältigerer, von Fehlern freier Ausführung, als dies in der Thatgeschehen ist. Dr. Hein hat in der Zeit vom 15. September 1895 biszum 15. September 1896, also während eines vollen Arbeitsjahres diein dem beiliegenden Catalog unter Nr. 4095-4594 auf p. 156-192verzeichneten Photographien eingetragen, für welche Arbeit er volleacht Monate brauchte, in den restlichen vier Monaten beschäftigte sichderselbe mit der Inventarisierung der Sammlung Sigl aus Ost- Afrika,welches Inventar beiliegt. Bei aller Correctheit Hein's, welche hier ihregebührende Anerkennung findet, ist dies jedoch eine so geringeArbeitsleistung, dass sich selbst der nachsichtigste Vorgesetzte mitderselben nicht zufriedenstellen kann. Beide Herren haben es auf einemanderen, ausserhalb des Museums liegenden Terrain nachzuweisenversucht, dass sie etwas zu leisten in der Lage sind, wenn sie wollen.[...]« 86

Heger, der im hier ausschnittweise zitierten Schreiben seinem Ärgerüber das Beamtenduo auf nicht weniger als fünf Seiten Konzeptpapiersin Folioformat freien Lauf lässt, hat allerdings besonders für WilhelmHein auch moderatere Töne gefunden; und in seinem kaum sieben Jahrespäter erschienenen Nachruf attestiert er dem Frühverstorbenen in derErfüllung seiner Museumsaufgaben[...] stets peinliche Genauigkeit undGewissenhaftigkeit, so dass die von ihm verfaßten Museumsinventareals Musterarbeiten bezeichnet werden können. Sein frühes Hinscheidenmuss daher nicht nur für die Wissenschaft im Allgemeinen, sondernganz besonders für das Institut, dem er 16 Jahre hindurch angehörte, alsein schwerer Verlust bezeichnet werden." 87

Heger scheint auch tatsächlich, allen angedeuteten Unstimmigkeitenzum Trotz, die ,, vielseitige, tiefreichende Begabung" Heins erkannt undgefördert zu haben- und zwar, wie Schmidt in seiner Museumsgeschichtenotiert, bemerkenswerterweise gerade in Richtung auf eine, öster-reichische Ethnographie' hin, von der damals im engsten Fachkreis die

86 Schreiben Franz Hegers an die Intendanz des k.k. naturhistorischen Hof- Museums vom 24.November 1896, Archiv Museum für Völkerkunde. Weitere Auslassungen zitiert Christian F.Feest: Haberlandtiana. Michael Haberlandt an der anthropologisch- ethnographischen Abteilungdes k.k. Naturhistorischen Hofmuseum, 1885-1911. In: ÖZV 108/59, 2005, S. 251-273.

87 Heger 1904( wie Anm. 80), S. 80.