Gründerjahre
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Weg vorgegeben hat, sondern zugleich die politisch- staatlichenKonstellationen angesprochen sind, die in der k.u.k Monarchie derVolkskunde den Rahmen ihrer Begründung gebildet haben.
Denn anders als in Deutschland ließ sich hier, in der von pluri-ethnischer Buntheit geprägten Habsburgermonarchie, der Begriff derNation 34 zunächst nicht folgerichtig- und so auch nicht erfolgver-sprechend unterbringen, war zudem das Deutschtum der staats-tragenden Volksgruppe- staatsloyal auf„ volksnachbarliche Wechsel-seitigkeit“ bedacht- weniger aggressiv als die teutonische Kultur desWilhelminischen Reiches." So ist auch das von Heger angesprochene,„ auf Anregung und unter Mitwirkung Seiner kaiserlichen undköniglichen Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen ErzherzogRudolf ab 1886 erschienene und staatlichem Dualismus auf
wissenschaftlichem Feld folgend³ in deutscher und ungarischerSprache herausgebrachte-„ Kronprinzenwerk" in seiner politischenIntention deutlich völkerverbindenden und damit staatserhaltendenCharakters gewesen, was auch der Intiator in seiner Einleitung heraus-gestrichen hat:„ Jene Volksgruppen, welche durch Sprache, Sitte undteilweise abweichende geschichtliche Entwicklung sich von denübrigen Volksbestandteilen abgesondert fühlen, werden durch dieThatsache, dass ihre Individualität in der wissenschaftlichen Literaturder Monarchie ihr gebührendes Verständniss und somit ihre Aner-kennung findet, wohltätig berührt werden; dieselben werden aufge-fordert, ihren geistigen Schwerpunkt in Österreich- Ungarn zu
3+ Zu„ nicht- völkischen, nicht- nationalistischen" Positionen der frühen Volkskunde inDeutschland siehe Bernd Jürgen Warneken:„ Völkisch nicht beschränkte Volkskunde“. EineErinnerung an die Gründungsphase des Fachs vor 100 Jahren. In: Zeitschrift für Volkskunde95, 1999, S. 169-196.
35 Josef Alexander Frh. v. Helfert: Volksnachbarliche Wechselseitigkeit. In: ZföV 2 1896,S. 3-5. Freilich hatte auch Österreich seine, Teutonen, etwa in Gestalt des VolksliedforschersJosef Pommer, übrigens Vereinsmitglied der ersten Stunde; zu diesem und seinem„ DeutschenVolksgesang- Verein“ s. Herbert Nikitsch: Außeruniversitäre Facheinrichtungen. Ein Beitragzur Institutionengeschichte. In: Klaus Beitl( Hg.): Volkskunde- Institutionen in Österreich(= Veröffentlichungen des österreichischen Museums für Volkskunde 26). Wien 1992, S. 41-60, hier S. 42-45.
36 Klaus Beitl: Staatsdualismus- Wissenschaftsdualismus. Zur Geschichte der frühen Volks-kunde in Österreich und Ungarn. In: Staat und Gesellschaft im Zeitalter des Dualismus.Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 1984, Band 16. Eisenstadt 1987,S. 150-167.