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Gründerjahre
„ Signalwirkung für die hiesigen Aktivitäten gehabt oder zumindest,, starke Anstöße für die Gründung in Wien" bewirkt zu haben 20, sowaren bei allem Vorbildcharakter21 dieser Institution dieVoraussetzungen zu der analogen volkskundlich- musealen Einrichtungin Österreich doch durchaus anderer Natur.
Einerseits fand die Institutionalisierung dieser Volkskunde in Öster-reich unter anderen fachlichen Prämissen statt.„ Volkskunde“, jene„ Wissenschaft von der Kultur und den geistigen Erzeugnissen einesVolkes, soweit diese von einer höheren, allgemeinen Kultur unberührtsind"-- so die populär- lexikalische Eintragung anno 189822--, mendeltesich hier aus anders zusammengesetzter wissenschaftlicher Genealogiezur eigenständigen Disziplin heraus. War in Deutschland die früheVolkskunde von einer engen Bindung zu den philologischenWissenschaften geprägt 2³, so spielte hierzulande die Germanistik 24 eine
19 Wolfgang Brückner: Das Museumswesen und die Entwicklung der Volkskunde als Wissen-schaft um die Jahre 1902/1904. Die Dingwelt der Realien im Reiche der Ideen. In: BernwardDeneke, Rainer Kahsnitz( Hg.): Das kunst- und kulturgeschichtliche Museum im 19. Jahr-hundert. Vorträge eines Symposions im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg(= Studienzur Kunst des neunzehnten Jahrhunderts 39). München 1977, S. 133-142, S. 134.
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Leopold Schmidt: Das Österreichische Museum für Volkskunde. Werden und Wesen einesWiener Museums(= Österreich- Reihe 98/100). Wien 1960, S. 15f.
21 Ulrich Steinmann: Die Volkskundemuseen in Wien und Berlin. Gegenseitige Einflüsse undBeziehungen von ihrer Gründung bis 1945. In: ÖZV 66/17, 1963, S. 1-16.
22 Zit. nach Brückner 1981( wie Anm. 11), S. 81.
23 Diese Bindung hat sich später auch in der akademischen Etablierung des Faches gespiegelt,die ja zunächst vor allem in Form von„ Altgermanistik- Ordinariaten mit der Zusatzvenia, Volkskunde“ erfolgt ist etwa jenen von Julius Schwietering in Münster oder später inFrankfurt, wohin ab 1904/05 ebenfalls„ volkskundlich hochinteressierte Germanisten“ wieFriedrich Panzer und Hans Naumann berufen wurden. Brückner 1977( wie Anm. 19), S. 134.Als die erste wirkliche Volkskunde- Professur im Reich gilt das Ordinariat für„ DeutscheVolks- und Altertumskunde“ an der Universität Hamburg, 1919 unter Otto Lauffer einge-richtet. Im gleichen Jahr war an der deutschen Universität in Prag für Adolf Hauffen einOrdinariat ,, für deutsche Volkskunde sowie für deutsche Sprache und Literatur“ errichtetworden; s. Gustav Jungbauer: Geschichte der deutschen Volkskunde(= Sudetendeutsche Zeit-schrift für Volkskunde, 2. Beiheft). Prag 1931, S. 177; Walter Dehnert: Volkskunde an derdeutschen Universität Prag 1918-1945. In: Kurt Dröge( Hg.): Alltagskulturen zwischenErinnerung und Geschichte. Beiträge zur Volkskunde der Deutschen im und aus dem östlichenEuropa( Schriften des Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte 6). München1995, S. 197-212.
24 Genauer deren germanisch- mythologischer Ausrichtung verpflichteten„ Wiener Schulen“um Rudolf Much bzw. Georg Hüsing, von denen, ungeachtet ihrer im Detail divergenten Auf-fassungen, Volkskunde ebenfalls als Teil der germanischen Altertumskunde begriffen und im