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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Gründerjahre

Signalwirkung für die hiesigen Aktivitäten gehabt oder zumindest,, starke Anstöße für die Gründung in Wien" bewirkt zu haben 20, sowaren bei allem Vorbildcharakter21 dieser Institution dieVoraussetzungen zu der analogen volkskundlich- musealen Einrichtungin Österreich doch durchaus anderer Natur.

Einerseits fand die Institutionalisierung dieser Volkskunde in Öster-reich unter anderen fachlichen Prämissen statt. Volkskunde, jene Wissenschaft von der Kultur und den geistigen Erzeugnissen einesVolkes, soweit diese von einer höheren, allgemeinen Kultur unberührtsind"-- so die populär- lexikalische Eintragung anno 189822--, mendeltesich hier aus anders zusammengesetzter wissenschaftlicher Genealogiezur eigenständigen Disziplin heraus. War in Deutschland die früheVolkskunde von einer engen Bindung zu den philologischenWissenschaften geprägt, so spielte hierzulande die Germanistik 24 eine

19 Wolfgang Brückner: Das Museumswesen und die Entwicklung der Volkskunde als Wissen-schaft um die Jahre 1902/1904. Die Dingwelt der Realien im Reiche der Ideen. In: BernwardDeneke, Rainer Kahsnitz( Hg.): Das kunst- und kulturgeschichtliche Museum im 19. Jahr-hundert. Vorträge eines Symposions im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg(= Studienzur Kunst des neunzehnten Jahrhunderts 39). München 1977, S. 133-142, S. 134.

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Leopold Schmidt: Das Österreichische Museum für Volkskunde. Werden und Wesen einesWiener Museums(= Österreich- Reihe 98/100). Wien 1960, S. 15f.

21 Ulrich Steinmann: Die Volkskundemuseen in Wien und Berlin. Gegenseitige Einflüsse undBeziehungen von ihrer Gründung bis 1945. In: ÖZV 66/17, 1963, S. 1-16.

22 Zit. nach Brückner 1981( wie Anm. 11), S. 81.

23 Diese Bindung hat sich später auch in der akademischen Etablierung des Faches gespiegelt,die ja zunächst vor allem in Form von Altgermanistik- Ordinariaten mit der Zusatzvenia, Volkskunde erfolgt ist etwa jenen von Julius Schwietering in Münster oder später inFrankfurt, wohin ab 1904/05 ebenfalls volkskundlich hochinteressierte Germanisten wieFriedrich Panzer und Hans Naumann berufen wurden. Brückner 1977( wie Anm. 19), S. 134.Als die erste wirkliche Volkskunde- Professur im Reich gilt das Ordinariat für DeutscheVolks- und Altertumskunde an der Universität Hamburg, 1919 unter Otto Lauffer einge-richtet. Im gleichen Jahr war an der deutschen Universität in Prag für Adolf Hauffen einOrdinariat ,, für deutsche Volkskunde sowie für deutsche Sprache und Literatur errichtetworden; s. Gustav Jungbauer: Geschichte der deutschen Volkskunde(= Sudetendeutsche Zeit-schrift für Volkskunde, 2. Beiheft). Prag 1931, S. 177; Walter Dehnert: Volkskunde an derdeutschen Universität Prag 1918-1945. In: Kurt Dröge( Hg.): Alltagskulturen zwischenErinnerung und Geschichte. Beiträge zur Volkskunde der Deutschen im und aus dem östlichenEuropa( Schriften des Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte 6). München1995, S. 197-212.

24 Genauer deren germanisch- mythologischer Ausrichtung verpflichteten Wiener Schulenum Rudolf Much bzw. Georg Hüsing, von denen, ungeachtet ihrer im Detail divergenten Auf-fassungen, Volkskunde ebenfalls als Teil der germanischen Altertumskunde begriffen und im