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Keramik als Zeichen regionaler Identität : Beiträge des 36. Internationalen Hafnerei-Symposiums des Arbeitskreises für Keramikforschung vom 21. bis 26.9.2003 in Kittsee
Entstehung
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dass man heute schöne alte Kacheln als Wandschmuck² verwendet.Dies wird aber der Funktionalität der Kachel nicht gerecht. EineKachel allein aber war und ist nichts; sie erhält ihre Funktion erst durchden Verband als Teil eines Ofens. Wenn jemand aus diesem Kreis einwertvolles Kaffeeset betrachtet, so sind es nicht Fuß, Henkel oderUntertasse, die faszinieren, sondern das Geschirr in seiner Gänze. Sohat es eigentlich auch mit der Kachel zu geschehen. Und wir müssenuns immer wieder von Neuem vergegenwärtigen, was ein Kachelofenist. Im Gegensatz zum gusseisernen Ofen ist er nämlich kein Möbel imureigensten Sinn des Wortes. Und seine Existenz ist im Gegensatz zurImmobilie, zu der er gehört, zeitlich begrenzt. Die Verfalldauer richtetsich nach der Art und Weise eines mehr oder weniger offensivenUmganges, nach der Größe und dem Querschnitt des Gebildes( rund-formatige sind stabiler als rechteckige) und somit nach seiner Stand-festigkeit. Kachelöfen sind daher einer permanenten Erneuerung aus-gesetzt. All das hat dazu geführt, dass sich schon im 14. Jahrhundertmit der Nischenkachel eine Normierung durchgesetzt hat, die eserlaubte, Reparaturen und Ersatz unproblematisch durchzuführen bzw.einzuarbeiten. Gleichzeitig ist der Ofen auch so etwas wie die Seeleeines Hauses: in den Fehden des 14. und 15. Jahrhunderts waren eszuvorderst die Kachelöfen, die nach einer Eroberung zerschlagen wur-den, es sei denn, der Eroberer hatte vom Objekt Besitz für längere Zeitergriffen. Und ein weiteres ist stets vor Augen zu halten: der Wandeldes Kunstbegriffes. Für den Hafner früherer Zeiten waren Kachelund-ofen keine Kunstwerke( eigentlich und ursprünglich zur Bau-keramik zählend), sondern Produkte solider handwerklicher Technik,die, ihrem Standort entsprechend, von unterschiedlichem künstleri-schem Niveau sein konnten.

Wenn uns das ungemein breite und vielfältige Motivspektrum undsomit eine hohe Produktionszahl irritieren sollte, muss man sich vorAugen halten, wer die Abnehmer von Ofenkacheln waren. Das waren

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Eine Gruppe Kölner Kacheln, vom Kölner Stadtmuseum aus Burgund erworben, dien-te dort rund 150 Jahre als Wandschmuck( vgl. hierzu Unger, Ingeborg: Kacheln derBibel- Serie von 1572 und die Serie der Alttestamentlichen Heerführer von 1573. Ein neuerworbenes Kachel- Ensemble im Kölnischen Stadtmuseum von einem Ofen aus einerPariser Renaissance- Villa. In: Schäfke, Werner( Hg.): Coellen eyn Croyn. Renaissanceund Barock in Köln. Köln 1999, S. 307-350, insbes. S. 308). Der für die Aufhängungbenötigte Rahmen wurde am neuen Standort belassen, was man aus der Geschichte derKollektion heraus in diesem Fall als berechtigt erachten kann.