spezielle übernatürliche Auflagen gebunden. Im Umgang mit dem Tonmüssen allerdings einige Verhaltensvorschriften befolgt werden, da ernach der Gewinnung durch Zugabe von Wasser zu einer gefährlichenMasse für das Hauswesen und die Familienmitglieder wird, die erstnach erfolgtem Brand ihr Gefahrenpotential verliert. So wird peinlichgenau darauf geachtet, dass niemals Töpferton in die Nähe oder inKontakt mit Hauslehm gelangt, und nach der Berührung des Materialswerden sorgsam die Hände und Füße gewaschen, wenn die Vorrats-räume oder das Hausdach aus Lehm berührt oder betreten werden. EinVerderben der Vorräte wäre bei Nichtbeachtung der Vorschrift dieFolge.
Einigen Töpferinnen steht ein spezielles eigenes Geistwesenbeschützend und helfend zur Seite, um persönlichen Schaden, z. B.während der Tongewinnung unter Tage, dem durch Hexen verursach-ten Fehlbrand oder beim Transport zum Markt, abzuwenden. DiesemGeistwesen und auch denen mit anderen Funktionen wird im Hauseine Pflege zuteil, die darin besteht, dass der in einem Altargefäß woh-nende Geist regelmäßig mit Wasser versorgt wird.
Ein Erlebnis ist bemerkenswert und verdient wegen des von derNorm abweichenden Verhaltens Aufmerksamkeit. Wie im Vorherge-henden beschrieben wurde, dürfen sakrale Gefäße von Frauen diesseitsder Menopause nicht getöpfert werden. Die Strafe dafür ist u. a. derVerlust der Fruchtbarkeit. So ist es seltsam, dass ich von einer knapp30- jährigen Töpferin aufgefordert wurde, meine Kamera vorzuberei-ten, um ihr im Inneren des Hauses bei der Arbeit zuzusehen. Währenddes Gefäßaufbaus war sie auffallend darauf bedacht, dass die einzelnenArbeitsschritte besonders gut fotografisch dokumentiert werden konn-ten. Ich bemerkte sofort, dass entgegen der Vorschrift ein sakralesGefäß getöpfert, das im übrigen einige Tage darauf auch gebranntwurde. Später fragte ich die Frau nach ihren Beweggründen und wiesauf die nun drohende Bestrafung hin. Sie antwortete, dass sie mit derStrafe rechne, jedoch, sie habe schon zwei Kinder, und sie möchte aufkeinen Fall noch eins oder mehrere, die Strafe störe sie also nicht.Diese Antwort ist für afrikanische Denkweisen mehr als ungewöhn-lich, die zugrunde liegende Verhaltensweise kann jedoch durchauseinen spekulativen Hintergrund haben. Ich bin davon überzeugt, dassaußer mir nur noch die im Hause lebende Mutter der Töpferin von derHerstellung des Gefäßes erfahren hat, die aufgrund ihres Alters Sakral-gefäße herstellen durfte, und die diesen Topf vermutlich als einen vonihr angefertigten verkauft hat. Altartöpfe und die mit Abwehrfunktio-
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