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Keramik als Zeichen regionaler Identität : Beiträge des 36. Internationalen Hafnerei-Symposiums des Arbeitskreises für Keramikforschung vom 21. bis 26.9.2003 in Kittsee
Entstehung
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Wahrscheinlich ist die kurze Lebensdauer der Hafner in Verbindungmit dem ungesunden feuchten Arbeitsmilieu und dem Umgang mitstark bleihaltigen Glasuren zu sehen.

Vermutlich gelangte der Keramikbruch im Zuge des Hausneubauesdurch die Gemeinde im Jahr 1645 in die Zwischenböden, wodurcheine Datierung bis vor die Mitte des 17. Jahrhunderts anzunehmenwäre, doch ist die Möglichkeit, dass er im Zuge späterer Umbauteneingebracht wurde, nicht ganz auszuschließen. Mit Sicherheit lässt sichjedoch das Ende der Produktion im Jahr 1685 angeben, da zu diesemZeitpunkt die Hafnergerechtigkeit auf dem Hause erlischt.

Somit ist die Zeit von 1558 bis 1685, in der die Hafnergerechtigkeitauf dem Haus lag, als chronologischer Rahmen archivalisch gesichert.Mit den geborgenen Anteilen des Hafnerabfalles lässt sich das Produk-tionsspektrum von einseitig monochrom glasierter Irdenware, Mal-hornware und Kacheln innerhalb dieser Werkstatt nachweisen.

Für die Herstellung der Gefäßkeramik und der Kacheln wurden diegleichen Rohtone verwendet². Aufgrund des geringen Eisenanteilsergeben sie nach dem oxidierend geführten Brand einen hellbeigenScherben. Einige wenige Bruchstücke, deren Rohton etwas mehrEisenanteile beinhaltete, färbten sich im Brand bei höheren Tempera-turen rosa bis violett. Dieser Scherbentyp fand vorwiegend für groß-formatige, figural verzierte Kacheln Verwendung.

Durch Dr. R. Sauer, Abteilung Archäometrie der Universität fürAngewandte Kunst in Wien, wurden mineralogisch- petrographischeAnalysen³, bestehend aus Dünnschliff- und Schwermineralanalyse,durchgeführt. Vergleichsuntersuchungen von Rohstoffproben aus unter-schiedlichen Tonvorkommen der Umgebung von Mautern erbrachtendie größten Übereinstimmungen mit Proben aus der ehemaligen Ton-grube von Oberfucha, 5 km südöstlich von Mautern gelegen. Sie sindmineralogisch nicht zu unterscheiden, sogar die auftretenden Farb-

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Die gleiche Beobachtung, dass für Gefäßkeramik und Kacheln derselbe wenig oderüberhaupt nicht vorbehandelte Rohton Verwendung fand, wurde auch an dem großenFundkomplex von Werkstattabfall in Straubing gemacht: Vgl. Endres, Werner: Straubin-ger Keramik um 1600- Der Fundkomplex ,, vorm obern tor. Vorbericht 2( Keramik ausden Objekten 5, 7, 7a, 28, 29, 33). Jahresbericht des Historischen Vereins Straubing 85,1983( 1984), S. 139.

Vgl. Sauer, Roman: Mineralogisch- petrographische Analysen ausgewählter Probenfrühneuzeitlichen Werkstattabfalles aus der ehemaligen Hafnerei Melker Strasse 5. In:Kaltenberger, Alice: Mittelalterliche bis frühneuzeitliche Keramik aus Mautern an derDonau. ErgÖJh 4, 2003, S. 303-324.

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