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Keramik als Zeichen regionaler Identität : Beiträge des 36. Internationalen Hafnerei-Symposiums des Arbeitskreises für Keramikforschung vom 21. bis 26.9.2003 in Kittsee
Entstehung
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aus Leipzig stammen. Horschik bezeichnet die Igelgefäße als Büchsen,ohne endgültige Klarheit über ihre Funktion zu gewinnen. Als einemögliche Interpretationen nennt er die Verwendung als Aufbewah-rungsgefäße für Medizin oder Gifte.64

Unser Aquamanile kann nur aufgrund der Motivik, aber keinesfallsaufgrund der Warenart oder Gefäßform- Typologie mit den Stückenaus Waldenburger Steinzeug verglichen werden. Sehr wohl entsprichtes aber formal einem bislang unpublizierten Stück aus der Zeit von derzweiten Hälfte des 14. bzw. Anfang des 15. Jahrhunderts aus Brno,Tschechien. Diese Datierung entspricht auch dem für das WienerIgel- Aquamanile anzunehmenden Entstehungs- bzw. Nutzungszeit-raum. Mit der schriftlich überlieferten Erlaubnis Herzog Albrechts II.von 1354( in den Augustinerturm) privets einzubauen, und der Schlei-fung des Turms um 1600 sind je ein terminus ante quem und ein ter-minus post quem überliefert, die eine Datierung des Igel- Auqamanilesin die zweite Hälfte des 14. bis spätestens in das 16. Jahrhundert erlau-ben.

Angesichts dessen, dass der Igel im Mittelalter eher mit negativerBedeutung behaftet war, scheint das seltene bzw. bis jetzt nichtbekannte Vorkommen dieses Motivs bei Aquamanilen nicht erstaun-lich. Vielmehr bedarf das Gießgefäß aus der Latrine im Augustiner-turm einer Deutung. Die Interpretation Horschiks, der die Igelgefäßeals mögliche Aufbewahrungsbehälter für Medizin oder Ähnlichessieht, scheidet aus, da es sich bei dem Fund aus Wien eindeutig um einAquamanile handelt. Denkbar wäre, dass der böse Geist aus demPhysiologus( die Augustinereremiten) zu ständiger( zumindest beiTisch oder auch bei liturgischen Handlungen) Aufmerksamkeit mah-nen sollte, ein gottgefälliges Leben zu führen.

64 Vgl. Horschik 1990, S. 65 f., Taf. 1 und Abb. 21-24.

65 Ich danke Rudolf Procházka für diesen Hinweis. Laut seiner Auskunft stammt diesesStück aus einer Kloake in der 1997 durchgeführten Grabung Brno, Račnova Straße 4.Die angegebene Datierung ergibt sich aufgrund des stratigraphischen Zusammenhangs.Nach einem Hinweis von Sabine Felgenhauer soll sich ein weiteres Igel- Aquamanile inden Beständen des Stadtmuseums Wroclaw/ Polen, befinden, welches ebenfalls unpubli-ziert ist. Bis Redaktionsschluss konnte dieser Hinweis jedoch nicht verifiziert werden.

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