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Keramik als Zeichen regionaler Identität : Beiträge des 36. Internationalen Hafnerei-Symposiums des Arbeitskreises für Keramikforschung vom 21. bis 26.9.2003 in Kittsee
Entstehung
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hier Symbol des Teufels, der unachtsame Gläubige verführt. Als Sym-bol des Bösen kommt er auch in der Schöpfungsgeschichte 35 vor. ImAlten Testament im Buch des Propheten Jesaja³ findet sich der Igelin der Gruppe von Tieren, die Landstriche bzw. Städte nach deren Zer-störung besiedeln. Durch Jahrhunderte bis in die Neuzeit hielten sichMeinungen, dass Igel Hühner töteten oder Milch aus den Eutern vonKühen saugten.37 Das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubenserwähnt, dass Igel ,, im Altertum wie noch heute[ 1927-1942][...] alsHaustier an Stelle der Katze zur Vertilgung der Mäuse verwendet❝38worden seien. Regional unterschiedlich bringt der Igel entwederGlück oder Unglück im Zusammenhang mit Vieh und Stall. Er kommtauch immer wieder in Märchen und Sagen vor- in diesen Fällen meistals positive Gestalt. So berät der Igel in einer lettischen Sage Gott beider Erschaffung der Erde. In einer estnischen Sage unterstützt der Igelden Helden im Kampf gegen den Teufel.39 Die Märchensammlung derBrüder Grimm beinhaltet zwei Märchen, in welchen Igel bedeutendeRollen spielen. In ,, Hans mein Igel" kommt der Igel trotz vieler Wid-rigkeiten zu Glück und Ansehen; 40 im Märchen von, Hase und Igel"besiegt der Igel den Hasen im Wettlauf durch Schläue und einenTrick.41

Der Igel bzw. seine Bestandteile fanden auch in der Volksmedizingegen zahlreiche Leiden Anwendung 42, eine Tradition, die bereits inder Naturkunde des Plinius dokumentiert ist. So soll zum Beispiel dieAsche eines Igels gegen Haarausfall helfen, die Galle wurde bei auf-geriebenen Stellen am Gesäß sowie gegen Warzen und als Enthaa-rungsmittel empfohlen, Igelfleisch sollte man gegen Darmerkrankun-gen und bei Krämpfen einsetzen etc.43

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Igel, in der Antikezunächst mit eher positiver Bedeutung besetzt, im Mittelalter vorwie-gend mit negativem Nimbus belegt ist. Im Volksglauben tritt er teils als

35 Vgl. Lexikon der christlichen Ikonographie 1970, s. v. Igel.

36 Vgl. Jes 14, 23 und Jes 34, 11.

37 Vgl. Poduschka- Saupe- Schütze 1981, 23; Bandini- Bandini 2001, S. 57 f.

38 Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens 2000, s. v. Igel.

39 Vgl. Bandini- Bandini 2001, S. 33 f.

40 Vgl. Riedel 2001.

41 Vgl. Grimm 1996.

42 Vgl. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens 2000, s. v. Igel.

43 Vgl. Plin. nat. XXIX, S. 107; XXX, S. 70, 81, 133, 65, 110.

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