Aquamanile
Innerhalb des umfangreichen keramischen Fundmaterials aus derLatrine im Augustinerturm" befand sich auch ein Aquamanile in Formeines Igels.18
Abb. 1: Aquamanile in Igelform aus der Latrine im Augustinerturm.( Foto: Rudolf L. Huber) 19
Es besteht aus außen und( partiell) innen orangebraun- braunoliv 20glasierter Irdenware. Die Scherbenfarbe reicht von orange( 5YR 6/6) 21bis braungrau( 10YR 6/1). Der Scherben ist viel und grob( quarz-) stein-chengemagert und hart gebrannt; der Bruch ist rau." Das Gießgefäß hateinen annähernd kugeligen, gequetschten Gefäßkörper, welcher rund-um mit aufgesetzten Stacheln versehen ist, die zum Teil jedoch abge-brochen sind. Der Igel ruht auf vier sich nach unten hin verjüngendenBeinchen, von denen nur mehr zwei vollständig erhalten sind. An derHinterseite deutet eine kleine, mehrfach gekerbte plastische Leisteeinen kurzen, geraden Schwanz an. Zwei aufgesetzte, in der Mitte ein-gestochene Keramikscheibchen an der Vorderseite bilden die Augen.Unterhalb dieser befindet sich die zum Ausguss geformte Schnauze.Seitlich der Augen, leicht nach hinten versetzt, sind länglich geform-te, in der Mitte vertiefte, aufgesetzte Ohren angebracht. Jeweils ober-
17 Die Bearbeitung des gesamten Fundkomplexes, mit dem Ziel die Ergebnisse zu publi-zieren, wurde von der Autorin bereits in Angriff genommen, musste allerdings aufgrundäußerer Umstände vorerst unterbrochen werden.
18 Die Idee, dass es sich um ein Stachelschwein handle, ist weniger wahrscheinlich, da Sta-chelschweine in Mitteleuropa nicht heimisch sind( Tierlexikon 1981, s. v. Stachel-schwein) und auch nicht zu den in Heraldik oder Mythologie vorkommenden Tieren zäh-len.
19 Die hier verwendeten Abbildungen wurden freundlicherweise von der StadtarchäologieWien zur Verfügung gestellt.
20 Die Farbbestimmung der Glasur erfolgte nach MICHEL- Farbenführer.
21 Die Farbbestimmung des Scherbens erfolgte nach Oyama- Takehara 1997.22 Zu Kriterien der Scherbenbeschreibung vgl. Schneider 1989.
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