Tourismus und regionale Architektur im Burgenland
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wurden an weitere Inwohner vermietet. 31 Der Inwohner war ein Zimmer-mann und wohnte hier bis 1957/58. Die dritte Wohneinheit war kleiner,sie bestand nur aus einer schmalen Stube und Küche. Der Inwohner warein Fischer, er wohnte hier bis zum Jahre 1952, danach folgten noch wei-tere Mieter. Zwischen der zweiten und dritten Wohneinheit befanden sichdie Futterkammer und Waschküche für die Inwohner und eine Wasch-küche für den Hausbesitzer. Im Anschluß an die dritte Wohnung folgtendie Futterkammer und der Rinderstall des Hausbesitzers( man besaß 7-8Rinder). Getrennt vom Haus befanden sich anschließend der Schweinestallund zwei Scheunen.
Im Jahr 1965 entschied sich Herr Schmidt, ein Landwirt, eine Pensionzu bauen. Der hintere Wirtschaftsteil des alten Hauses wurde abgerissen.Im Jahr 1968 wich der vordere Teil des Hauses, wo Schmidt bis dahinmit seiner Frau wohnte, einer Gaststätte. Die Familie Schmidt bezog einanderes Haus, und die ursprüngliche Wohn- und Arbeitsstätte des Land-wirtes wurde zu einem rein gastgewerblichen Fremdenverkehrsbetrieb. ImJahr 1980 wurde die alte Pension abgerissen und statt dessen ein neuesgroßräumiges Hotel gebaut. Nachdem die Besitzerin des NachbarhausesNr. 25/26 gestorben war und ihre Kinder sich ein neues Haus außerhalbdes Ortskernes gebaut hatten, erwarb Schmidt auch dieses Haus, das er1986 abreißen ließ, um hier eine Grünfläche zu errichten.
Heute bilden in Mörbisch Weinbau und Fremdenverkehr die wichtigstenErwerbsquellen. Auch Herr Schmidt besitzt eigenen Weinanbau.32 Gab esin Mörbisch vor und kurz nach dem Krieg nur ein einziges Hotel, Steinermit zirka 15-20 Betten, den Gasthof Lang und das Gemeindegasthaus,so befinden sich dort heute bereits drei 4- Stern- Hotels, eines davon istdas hier erwähnte, weiters 21 Pensionen und mehrere Privatquartiere,insgesamt 1.762 Gästebetten. 33
31 Grundriß siehe in: Arthur Haberlandt: Volkskunde des Burgenlandes. Hauskulturund Volkskunst(= Österreichische Kunsttopographie, Bd. 26). Baden b. Wien 1935,S. 92, Abb. 96a.
32 Im Bezirk Eisenstadt stieg die Weingartenfläche zwischen 1930 und 1970 um be-trächtliche 120,79% siehe N. N.: Landwirtschaft im Burgenland 1921-1971, hg. v.Amt der Burgenländischen Landesregierung. Eisenstadt o. J., S. 70.
33 Wie Anm. 6.