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Tourismus und Regionalkultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburg
Entstehung
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Tourismus und regionale Architektur im Burgenland

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Es bleibt unbestritten, daß viele denkmalpflegerische Bemühungen dengeschäftstüchtigen Gastwirten, Hoteliers und Weinbauern zu verdankensind, die die Denkmäler der anonymen Architektur auch als Werbemit-tel einsetzten. Ohne den Fremdenverkehr, der die Illmitzer auf die Ideebrachte, aus der letzten Schilfscheune einen Heurigen zu machen, wäredieser Bau wahrscheinlich schon längst verschwunden. Bereits in den 70erJahren stellte Friedrich Berg fest:

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, Tradition wird heute im Dorf nur noch in Form fremdenver-kehrsfördernder Folklore gepflegt und geschätzt. Die Entwick-lung zu stoppen, eine, Trendumkehr' anstreben zu wollen, istsinnloser Illusionismus".2

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Aber auch heute, wo die Dorferneuerung in aller Munde ist, ist es nichteinfach, die Einheimischen über die Sinnhaftigkeit denkmalpflegerischerBemühungen, die keinen direkten Profit bringen, zu überzeugen. Dieszeigt etwa die Renovierung der Stadelreihe in Purbach. Hier bemühtensich die Denkmalpfleger schon seit Landeskonservator Alfred Schmeller,die Bauern von der Notwendigkeit der Renovierung zu überzeugen, aberohne Erfolg. Bei einer Ortsbegehung des Gemeinderates mit dem gegen-wärtigen Landeskonservator Franz Bunzl wurde dem Bürgermeister neu-erlich die Renovierung der Stadelreihe vorgeschlagen. Da läßt sich mitunseren Bauern nichts machen, war die Antwort des Bürgermeisters. DerErfolg dieser Aktion ist nur einem Mitglied des Purbacher Gemeindera-tes, Herrn Opitz, zu verdanken, der es verstanden hat, die Besitzer vonder Sinnhaftigkeit der Renovierung zu überzeugen. Es war aber auch fürihn nicht einfach. Er hat dafür mehrere Jahre gebraucht. Dieses Beispielzeigt wiederum, daß die bewußte Dorferneuerung nicht von außen, son-dern nur durch aktive Miteinbeziehung der Dorfbewohner Erfolg bringenkann. Man ist sich bewußt, daß die Dorferneuerung nicht nur im gestal-terischen, sondern auch im geistigen Sinne erfolgen muß. Doch angesichtsder Tatsache, daß für die umfassende Dorferneuerung im Amt der Bur-genländischen Landesregierung nur ein Referent zuständig ist, sind hierdie Anstrengungen von Franz Artner, der als Vordermann mit den Be-troffenen( Gemeinden und Bürgern) zusammenarbeitet, mit einer Sisy-phusarbeit vergleichbar. Als ein Instrumentarium wurde im Burgenlandder Verein ,, Unser Dorf" gegründet, der bereits einen gewissen Einfluß auf

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Hg. von der Planungsgemeinschaft Ost, Wien 1983, S. 21-23.

Berg( wie Anm. 24), S. 97.