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Kurt Conrad
Sömmerung des Rindviehs einbrachte, bedarf keiner weiteren Erörterung.In allen Wintersportgebieten, wie etwa in Saalbach, ist der Ertrag der win-terlichen ,, Weißlandnutzung" in der Regel höher als der Ertrag der som-merlichen ,, Grünlandnutzung". 13 Daß die Gestalt der Almhütte auch fürdie Tal- und Bergstationen von Seilbahnen und mechanischen Aufstiegs-hilfen herhalten muß, ist durchaus begreiflich. Immer und überall ist derVersuch spürbar, sich bei der Bewältigung neuer touristischer Bauaufga-ben der in der Landschaft überlieferten Formensprache zu bedienen. DasUrteil, ob dies immer lobenswert ist, überläßt man- vielleicht zu Recht-den Touristen.
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Ich komme zum Schluß und weise nur noch kurz auf Änderungen hin,die im bäuerlichen Wohnverhalten durch die Bereitstellung von Räumenfür Sommer- und Wintergäste entstehen. 14 In erster Linie ist hievon dieStube betroffen, der bäuerliche Gemeinschaftsraum, der nun seine Funk-tion als Versammlungsraum der Familie einbüßt, weil er als Frühstücks-und Aufenthaltsraum für die Urlaubsgäste gebraucht wird. Der Rückzugder bäuerlichen Familie aus der Stube in die Küche wird dadurch er-leichert, daß es kaum noch irgendwo Knechte und Mägde gibt, so daßdie Küche als Wohnküche- zur Aufnahme der gesamten Familie aus-reicht. Die am Beginn der Aktion„ Urlaub auf dem Bauernhof" vor gut30 Jahren den Gästen versprochene Integration in die bäuerliche Familiefällt damit freilich aus. Sie fällt aber auch insofern aus, als das Verlangender Gäste immer mehr zu„ Komfortzimmern" mit Bad oder Dusche undWC geht, so daß der Bauernhof mit Gästezimmern immer mehr zu einerFrühstückspension wird. Beim Neu- oder Umbau von Bauernhäusern wirdvon vornherein auf eine Trennung des Familienbereiches vom GästebereichBedacht genommen. Dies gilt auch für Einfamilienhäuser und Eigenheimemit Gästezimmern, die übrigens stets einen Balkon besitzen, dessen ki-stenartige Vollholzbrüstung in keiner Weise den landschaftsüblichen Haus-gängen entspricht. Hier wirkt der Fremdenverkehr in der Baugestaltungwirklich ,, verfremdend".
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Kurt Conrad: Die Hauslandschaft von Saalbach- Hinterglemm im Spiegel des Ei-binghofes. In: Erinnerungen an den Eibinghof(= Salzb. Beiträge zur Volkskunde,Sonderband 1). Salzburg( 1989), S. 29.
Elisabeth Tomasi: Sozio- ökonomische Veränderungen im bäuerlichen Betrieb undHaushalt durch den Fremdenverkehr am Beispiel dreier Gemeinden im Oberpinzgau.In: Geographischer Jahresbericht aus Österreich, XXXVI. Bd.( 1975/76), S. 50ff.