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Tourismus und Regionalkultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburg
Entstehung
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Helmut Riedl

Peloponnes weitgehend abgekommen, einhergehend mit der demographi-schen Aushöhlung der Gebirgsregion.

In vielen Bergdörfern Griechenlands sind die stattlichen Haustypen alsErgebnis siedlungshistorischer Entwicklung nur mehr in schlecht erhalte-nem Zustand tradiert; sozialgeographische Wüstungen in den traditiona-len Abwanderungsräumen der Gebirge sind häufig. Das gleiche gilt fürdie inneren Dörfer der Kykladen. So werden in Oia auf Santorin( Riedl1983: 166) nur 28% des Gesamthausbestandes ständig bewohnt. 37% desGesamthausbestandes entfallen auf Ruinen( Erdbeben und sozialgeogra-phische Wüstung), 35% des Hausbestandes gehört den nach Athen Ab-gewanderten, die ihre Häuser regelmäßig nur im Sommer nutzen, womitder Verfall dieser Siedlungen gebremst wird. Die Kykladen- Altsiedelkernetreten in Bergkuppenlage, mehrere 100 m über dem Meer mit stark la-teinisch beeinflußter Bausubstanz und ihren Kastroanlagen als kompak-te stadtartige Anlagen entgegen( Riedl 1986: 32), welche die periodischsommerliche Zweithausnutzung durch die inländische Arbeitsbevölkerungder großen Metropolen genauso erkennen lassen. Die meisten griechischenBergdörfer weisen eine schützenswerte tradierte Bausubstanz auf, die po-tentiell revitalisiert werden könnte; zum Teil geschieht dies auch durch dieInländer; Archontenhäuser werden zu Zweithäusern der Athener und derEinwohner von Saloniki umgebaut. Auch die entvölkerte Mani Halbinselmit ihren sippenbäuerlichen Wehrtürmen kennt dieses Phänomen. In demin 500 m Höhe gelegenen Kastron auf Thasos werden die Revitalisierun-gen der seit dem 2. Weltkrieg verlassenen aber ursprünglich zur Lateiner-zeit zentralen Siedlung der Insel ausschließlich von Griechen getätigt, diehauptsächlich in den Küstenhofstädten von Thasos dauernd leben. Deswe-gen sind nur kapitalextensive Wiederinstandsetzungen der alten Bausub-stanzen möglich. Die Schieferschindeln werden nicht wie im traditionalenBaustil auf hölzerne Dachstuhlverzimmerungen verankert, sondern überbilligem Welleternit, sodaß die Schieferschindeln sehr bald abgleiten undder Welleternit als vollkommen fremdes Element die Dachlandschaft zubeherrschen beginnt. Bei Neubauten innerhalb dieser gewüsteten Siedlungwerden über den traditionalen Bruchsteinmauern diese durch Hohlblock-zementziegel weiter aufgeführt.

Von den inländischen Sommerhausnutzungen abgesehen, gibt es auchbereits Ansätze eines inländischen Gebirgssommerfrischenfremdenver-kehrs, der ja in den Mittelmeerländern überhaupt die ursprüngliche Frem-denverkehrsart darstellte. Für die Zukunft müßte auch erwogen werden,ob nicht der Lebensraum der Gebirgsdörfer Griechenlands auf Grund sei-