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Lidija Nikočević
großen und ganzen sind junge Leute bis 30 Jahre der Meinung, daß siedank dem Tourismus ihren Horizont erweitert haben, andere junge Men-schen aus Europa und deren Sprachen kennengelernt haben und eventuellauch mehr gereist sind. Fragt man die erste Generation der Vermieter,was sie alles durch den Tourismus bekommen haben, antworten sie, daßsie dadurch vor allem die Möglichkeit eines guten Verdienstes haben, aberdaß dieses eine Arbeit wie jede andere ist. Fast niemand von den Gefrag-ten hat auf die Frage, ob Touristen im großen und ganzen in Draga störenund ob es manchmal zu viele waren, bejahend geantwortet. Manche habengesagt, daß ihnen manchmal die Arbeit über den Kopf wächst, aber Tou-risten empfindet man in Draga als„ normal", ohne sie wäre Draga nichtDraga.
Nach der Saison, in den Wintermonaten, versammeln sich einige Män-ner aus Mošćenička Draga in Ortsgaststätten, um dort Karten oder Schachzu spielen. Die Frauen bleiben auch heute noch meistens zu Hause undbesuchen sich selten gegenseitig. Wenn man sie fragt, was sie darüber den-ken, wie die Einwohner von Draga miteinander kommunizieren, antwortendie meisten, daß sich die Menschen untereinander ziemlich entfremdet ha-ben, daß jeder für sich" lebt, daß dieser Zustand schon jahrzehntelangandauert. Einige denken, daß der Tourismus daran schuld ist. Eine Ver-mieterin sagte:„ Man erholt sich ein wenig von den Touristen und schonist Weihnachten und Neujahr, dann erneuert man etwas, bereitet etwasfür die Gäste vor, und schon im Frühjahr kommen die ersten Ausländer."Einige junge Frauen haben miteinander gemeinsame Besuche von Rekrea-tionsübungen, Sauna- und Hallenbadbesuche in einem Hotel während derWintermonate organisiert.
In den letzten Jahren haben sich verschiedene Elemente des gegensei-tigen Wetteiferns zwischen den Vermietern ausgebreitet. Man liebte es,Dinge vorzuzeigen, welche ihnen die Gäste mitgebracht haben, sie prahl-ten mit der Zahl der Gäste und besonders mit neuen Adaptierungen desHauses, mit dem Anbau von neuen Zimmern, mit Badezimmer-, Apparte-mentausbau, mit Möbelbezug, mit neuen Tapeten für Mietzimmer oderfür die Zimmer des eigenen engeren Lebensraumes. Solange Gäste in ihrenHäusern weilen, bemühen sich die meisten Hausfrauen, für diese sorgfältigarrangiertes, reichhaltiges Frühstück vorzubereiten und fast jede bemühtesich, gerade diejenige zu sein, welche ihren Gästen eine attraktive Mahlzeitzubereitet hat. Deshalb gingen sie schon am frühen Morgen ins Geschäft,um frische Brötchen einzukaufen, und dabei wählten sie die schönstenunverformten Exemplare aus. Dabei war es eine besondere Prestigefrage,