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Tourismus und Regionalkultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburg
Entstehung
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Vom Heimatwerk zum Tauriska- Kultursommer

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matnatur" an die Ökonomie. Die Deutsche Alpenstraße( Berchtesgaden-Salzburg) und die Reichsautobahn zerschnitten den Raum im Süden undWesten der Stadt Salzburg. Die Restnatur, der unangetastete Strauch-bestand entlang der Fahrbahnen, empfing die Weihe des Naturschutzes.Als die ersten Autobahnkilometer 1941 fertiggestellt wurden, war der pri-vate Kfz- Verkehr längst zum Stillstand gekommen.

Die Politik wirkte dahin, Personal und Material effizient einzusetzen,Mangel, Qualitätsverminderung und Typisierung zu verbergen und denWert bodenständiger" Produkte jener Klein- und Mittelbetriebe zuadeln, die ebenfalls von der Kriegswirtschaft erfaßt und teils zerstörtwurden. Die 1941 gegründete Genossenschaft des bäuerlichen Kunst-handwerks" hatte die Handwerker zu organisieren, die noch nicht zumKriegshandwerk gezwungen worden waren. Im gleichen Jahr initiierte dasSalzburger Gauschulungsamt" die Errichtung einer Geschäftsstelle des,, Deutschen Heimatwerkes", dessen Aufgabe darin bestand, das sogenann-te bodenständige und volkstümliche Handwerk durch den Ankauf seinerProdukte zu fördern und die Bevölkerung und Touristen mit echtem"Handwerk anstelle von Schund und Kitsch" zu versorgen. Der Tätig-keitsbereich diverser Organisationen erstreckte sich von der Bekämpfungdes angeblich industriellen und kapitalistischen Kitsches wie Reklame-schilder und Reiseandenken hin zur Verbreitung handgemachter Kunstwie Möbel, Trachten, Reiseandenken und Zunftschilder, die den wahrenCharakter der straff durchorganisierten Kriegswirtschaft, die Ausbeutungvon Frauen und Zwangsarbeitern, verhüllten und dekorierten.

Der Tourismus der Kriegsjahre bewegte sich durch ein Gehäuse vol-ler Schikanen: je eine Reisekarte für Brot bzw. für Fleisch und Fett, eineAb- und Anmeldebestätigung sowie ein Vermerk auf der Reichskleiderkar-te; für Heilbäder zusätzlich ein ärztliches Attest und ein Genehmigungs-vermerk. Dennoch wurden steigende Nächtigungszahlen registriert. Tau-sende Bombenflüchtlinge, Evakuierte, zwangsumgesiedelte Volksdeutscheund Südtiroler Optanten mußten versorgt werden. Tausende Frontsolda-ten und Arbeiterinnen aus Rüstungsbetrieben verbrachten ihren Urlaubim ,, Gau der guten Nerven", der sich zunehmend in einen Lazarettgau ver-wandelte. Spitäler, Bäder und Kuranstalten waren weitgehend Soldatenund Offizieren vorbehalten. Auch die Naziprominenz, deutscher Hochadel,Industrielle und Ufa- Stars goutierten den von Juden gesäuberten" Lu-

7 Mitteilungsblatt der NSDAP, Folge 3, 1941.