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Tourismus und Regionalkultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburg
Entstehung
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Ueli Gyr

kein besonders auffallendes Profil zu zeigen. Neben nationalhistorischenSchauplätzen( Tellsplatte, Hohle Gasse, Rütliwiese) werden zahlreichetraditionelle Festbräuche zwar auch mit Regionalkulturellem verbunden,doch fungieren etwa das Küssnachter Klausjagen, 17 das Pferderennen imjurassischen Saignelégier oder die Kuhkämpfe im Wallis 18 lediglich alssaisonal- touristische Signete. Neuere Entwicklungen zeichnen sich im Al-pentourismus( Wiederaufnahme des Glacier- Express von Zermatt nachSt. Moritz) oder in der Einführung von spezialisierten Regionaltouren ab( Weinstraße im Wallis, Walserweg, Heidiweg im Heidiland). Gegenwärtigim Aufwärtstrend stehen nach Auskunft der schweizerischen Verkehrszen-trale( SVZ) die regionalen Lehrpfade( Architekturlehrpfad, Brotlehrpfad,Industrielehrpfad usw.) sowie der aktive Erlebnistourismus in der Region.In Brienz bei Interlaken, einem Ort in einer traditionsreichen Touristen-region, 19 werden Schnupperkurse für Holzschnitzerei angeboten, währendman in einer alten Mine des Napf- Gebietes das Goldwaschen lernt. Alsfrühtouristisch erschlossenes Naturgebiet empfiehlt das Appenzellerlandden ,, Barfußplausch": War Barfußlaufen für die meisten Bauern beim Heu-en hier brauchmäßig verbreitet, wird dies nunmehr von Touristen auf ge-sunden Moorlandschaften in geführten Gruppen praktiziert.

Solche Beispiele illustrieren regionaltouristische Verfügbarkeit. Die An-gebote stützen teils auf bestehende Tourismustraditionen ab, teils bauensie auf Ausschnitten einer älteren Volkskultur Neues auf. Zur Palette re-gionaler Elemente, durch die sich regionale Eigenart symbolisch übersetzt,gehören selbstverständlich auch Ortsbild und Baustil. Nach innen bestär-ken sie örtliche Identitätsgefühle, 20 nach außen vermitteln sie touristischregionalisierte Eigenart in Form von Hauslandschaften. Bekanntlich wer-den traditionelle Architektur und einheimischer Wohnstil umfunktioniertund den Bedürfnissen der Gäste angepaẞt. Im Berner Oberland, im Wallisund in Graubünden haben sich Chaletbauten und Pensionen im alpen-

17 Klausjagen Küssnacht am Rigi. Küssnacht am Rigi 1988.

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Le pays les vaches sont reines. Sous la direction de Yvonne Preiswerk et BernardCrettaz(= Collection Mémoire vivante), Sierre 1986.

Arthur Schärli: Höhepunkte des schweizerischen Tourismus in der Zeit der, Bel-le Epoque" unter besonderer Berücksichtigung des Berner Oberlandes. Kulturge-schichtliche Regionalstudie(= Geist und Werk der Zeiten, Nr. 67), Bern- Frankfurta. M. Nancy- New York 1984.

20 Arnold Niederer: Regionaltypische Bauten und Identitätsgefühl. In: archithese. Zeit-schrift und Schriftenreihe für Architektur und Kunst 11( 1981), Nr. 3, S. 10-12.