net. Neben Verboten und Anweisungen, die von den Elternund Angehörigen der Familie berücksichtigt werden mußten,tauchten auch eine ganze Reihe von Riten, welche die positiveBeeinflussung der Umwelt bezwecken sollten, auf. Sie wurdennur von den Erwachsenen( den Eltern des Kindes, der Hebamme,den Paten und Gevattern) ausgeübt, bezogen sich auf dieReinigung des Kindes sowie auf seine Einführung in den neuenLebensabschnitt und beinhalteten Glückwünsche. Sofort nach
der Geburt bereitete die Hebamme das erste Bad vor: einneues irdenes Gefäß, das die Taufpatin gebracht hatte, wurdemit reinem Wasser gefüllt anschließend auf das Feuer gestellt.Das Gefäß mußte neu und gut gebrannt sein, denn" der reineKlang des Scherbens überträgt sich auf die Stimme des Kindes".Dem Wasser wurden Basilienkraut( Basilikum), Weizenähren,Minze, Kamille und auch Pflanzen mit magischer Wirkung, dieder empirischen Medizin angehören, beigefügt. Um den Inhaltvor bösen Geistern zu schützen, wurde in der Regel dasGefäß mit Tannenbäumchen- Ornamenten verziert, einem ur-alten Symbole, das die Idee vom Sieg des Lebens über denTod versinnbildlicht.
Nachdem die Hebamme das Kind gebadet und gewickelthatte, übergab sie es der Mutter mit folgendem Spruch:" Essoll fröhlich/ gesund und schön/ fleißig, gehorsam/ undgeduldig sein./ Es soll leben/ und wachsen/ soll arbeitsamsein wie das Feuer/ und viel Glück haben". Dann wurdedas Kind den Taufpaten, die um den Tisch saßen, vorgestellt:" Und du, Gevatterin/ sollst leben um es großzuziehen/und zu belehren."
Die Paten- und Gevatterschaft, soziale Bindungen im weit-gefaßten Sinne einer Familie, kennzeichnendfür die Bewohner
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