Bewohnern aller drei rumänischer Länder subskribiert wurde: derWalachei, Transsylvaniens und der Moldau. Die Zahl der Orte, an denenAnton Pann Kunden sucht, erklärt sich aus seiner Berufung zum Kauf-mann, sowie durch seine Gabe, seinen Leserkreis sogar über die Gren-zen seines Betätigungsfeldes hinaus auszudehnen.
Trotzdem war die erste rumänische Ausgabe des„ Erotocrit" nicht derAnfang, sondern das Ende der Zirkulation eines Buches". Das Werkwar seit dem 18. Jhdt. in den Kreis der bevorzugten Lektüre des ru-mänischen Lesers getreten, zu einer Zeit, in der man auch andere byzan-tinische oder neugriechische Romane übersetzte, von welchen einige ausder westlichen Literatur des Mittelalters 15 stammten. Die Wiederauf-nahme dieser früheren Werke läßt sich durch das immer noch wachsendeInteresse an Details der Umwelt und der Gefühlswelt erklären. UnsererAnsicht nach ist es bezeichnend, daß man am Anfang des 18. Jhdts.,obwohl die Erzählung des trojanischen Kriegs schon seit langem in denrumänischen Ländern durch verschiedene Varianten bekannt war, aufeinen neuen Text des„, Troiaromans" zurückgegriffen hat, und zwarauf dessen westliche Fassung, die im 13. Jhdt. von Guido delle Colonneverfaßt wurde, und deren Struktur auf dem Prinzip der endlosen Ver-bindung von Intrigen und Abenteuern beruht 16. Neben„, Alexandria",,, Archirie şi Anadan" oder„ Sindipa" gehören die im 18. Jhdt. über-setzten Romane wie„ Istoria Imberie şi Margaronii"( basierendauf ,, Pierre de Provence et la belle Maguelonne“),„, Theagen şi Haricleia"( ,, Etiopica") ,, Istoria lui Polițion“;„ Ismin şi Ismenia“,„ Alțidalis şi Ze-lidia", usw. zum Moment des Aufbäumens, das aus den traditionellenWerken langsam aber unaufhaltsam einen neuen Zweig hervorbrachte:den der Werke der„ Intrigen und der Liebe" 17.
Gegen Mitte des 19. Jhdts. drohte dieser neue Zweig alle anderen auf-zusaugen, wenn auch nicht quantitativ, so doch wenigstens durch dieRolle, die er im Leben der Leser innehatte. Die Romane, die im Laufder vorhergehenden Jahrzehnte übersetzt worden waren, sanken nach
15 Zum gleichzeitigen Vorhandensein in der rumänischen Kultur von Volks-büchern, die von verschiedenen Quellen und über verschiedene Wege kamen,siehe I. C. Chițimia, in: Bibl. c. p., II. Teil, p. IX- XXIII, sowie Volks-bücher in europäischer Perspektive. In: Berichte im Auftrag der InternationalenArbeitsgemeinschaft für Forschung zum romanischen Volksbuch, Bd. 2, See-kirchen 1975, p. 39 ff.Die ru-
16 Radu Constaninescu, Klaus Henning Schroeder,mänische Version der„, Historia Destructionis Troiae" des Guido delle Colonne,Tübingen 1977.
17 Mircea Anghelescu, Preromantismul românesc. Bucureşti 1971; Al.Duţu, Sinteză şi originalitate în cultura română, Bucureşti 1972.
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