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1 (1911) Österreichische Volkskunst : aus den Sammlungen des Museums für Österreichische Volkskunde in Wien. [1] / Illustrierter Textband
Entstehung
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noch zwischen anderartiger Verzierung( Kerbschnitt und Ausgründung) auf den alpen-ländischen Holzarbeiten. Die Trudenkreuze( Pentagramme), Kreuze und sonstigealtertümliche Apotropäa, wie die Namen der hl. drei Könige, sind auch meist indieser altertümlichen Technik angebracht. Die ungeübte Hand greift noch immer,wenn sie auf Holz wirken will, zum Ritzen, wie Bank und Baum allenthalben dar-tun, wo Menschen sitzen und gehen. Auch auf den Spinnrocken finden sich unteranderen Zieraten einfache Ritzlinien. Das durch große technologische Rückständigkeitcharakterisierte Hausmöbel der Rumänen, namentlich die Truhe und der Truhen-tisch¹), ist in dieser primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Technik geziert( Tafel 102, Fig. 6, 7), wobei hauptsächlichdas geometrische Ornament vorherrscht( Kreise, Halbkreise, Spiralen, Kreuze)( Fig. 47).Die gleiche Verzierungsart begegnet auf Getreidemulden, die im Gottscheer Ländchen,

Fig. 47. Rumänische Tischtruhe, in Ritztechnik verziert. Bukowina.

im Küstenlande bisnach Norddalmatienin Übung stehen;ihre Unterseite istebenfalls mit einge-ritzten geometrischenOrnamenten ganz be-deckt. Die Vorder-wände der Truhenin Istrien, welchedurchwegs als Er-zeugnisse des bäuer-lichen Hausfleißesgelten können, zeigendesgleichen die alter-tümliche Ritztechnikangewendet; nebengeometrischen Ele-menten beobachtenwir hier ähnlichwie bei den jüngerenrumänischen Truhenstilisierte vegeta-bilische Ornamente,

namentlich die Tulpe, Rosetten, Zypressen( vgl. Tafel 98, Fig. 3). Endlich wird dieausgeritzte Verzierung sporadisch auch noch bei der Hirtenarbeit der Alpenländerangewendet: wir finden sie in altertümlicher Ornamentierung auf einigen kleinenHolztrüherln( vgl. Tafel 81, Fig. 2, 7), auf Wiegenbändern, Kuhhalsbändern usw. DieAusführung geschieht mit dem Ritznagel.

Am verbreitetsten und sicher auch nächst der Ritztechnik am ältesten ist dieKerbschnittverzierung der Holzarbeiten, welche mit dem Flach- und Tiefschnittund der Ausgründung abwechselt, beziehungsweise sich damit in verschiedensterArt kombiniert. A. Riegl hat in seinem Werke: Die spätrömische Kunstindustrie inÖsterreich- Ungarn im Abschnitt über den Keilschnitt S. 154 die Ansicht ausgesprochen,daß die mittelrömische Keilschnittechnik in Metall( auf Bronzeschnallen usw.) Vorbild1) E. Weslowski, Die Möbel des rumänischen Bauernhauses.» Zeitschrift für österreichischeVolkskunde<«< XII, S. 56 ff.

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