rakteristischer Zumischung aufweist. Die beskidische Volkskunst der Wasserpolen,die bei Teschen einsetzt, ist noch stark von der slowakischen durchsetzt, ein techno-logisch recht altertümlicher Formenkreis hat sich in dem sogenannten Zakopane- Stilentwickelt, der sich in den Hochtälern und den Bergansiedlungen um das galizischeMeerauge herausgebildet hat und einen rechten Gebirgstypus von anmutender Origi-nalität darstellt. Im übrigen zeigt sich diese ganze karpathenländische Volkskunstvon dem Gegensatz des Gebirgslebens und der Flachlandkultur beherrscht. Am her-vorragendsten sind, wie unter allen Slawen der Monarchie, auch hier die textilenVolkskünste entwickelt, die Stickereien an der Männer- und Weibertracht Glossar ::: zum Glossareintrag Weibertracht, die Wirk-arbeit für Teppiche, Taschen, Gürtel, altertümliche Flecht- und Knüpftechniken fürHaubendeckel, Handschuhe usw. Bunte Farben, primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Ornamentik, urwüchsigeMaterialien treten namentlich in der ruthenischen Volksarbeit stark hervor, undbesonders ist es die huzulische Volksindividualität, welche in allen möglichen Bezügenkünstlerische Qualitäten entwickelt hat. Die Holzschnitzarbeiten für kirchliche undhäusliche Zwecke, sehr häufig mit Messingeinlegearbeit verbunden, sind zu einemeigentlichen, nicht gerade besonders schönen, aber immerhin recht eigenartigen Stil
entwickelt.
Der Gelbguß, für den Volksschmuck arbeitend, ist zum Teil noch uralte, tradi-tionelle Hirtenkunst. Die Töpferei hat sich in der Ebene zu mancherlei Qualitätenmit primitivster Glossar ::: zum Glossareintrag primitivster Ornamentik ausgebildet, im Gebirge auch mit Majolikaerzeugungversucht und speziell die ruthenische Keramik, die Bachminski- Ware, die Kachelkunstvon Sokál sind interessante Ausprägungen westlicher Anregungen und Vorbilder.Nicht vergessen dürfen hier die prächtigen und überaus mannigfaltig ornamentiertenGlasperlenarbeiten der Ruthenen werden, die einen wahrhaft volkskünstlerischenSchatz darstellen. Die motivenreiche Ostereibemalung, die Glasbilder und manchesandere wäre noch hinzuzufügen. Es verdient vermerkt zu werden, daß namentlichauf der ungarländischen Seite der Karpathenhänge die polnische und ruthenischeVolkskunst mit besonderer Treue und Originalität sich erhalten hat, wofür die bezüg-lichen Sammlungen der ethnographischen Abteilung des Ungarischen Nationalmuseumsin Budapest ein beredtes Zeugnis ablegen. Auch dieser nationale Reichtum ist aberdoch im Verhältnis zu den westlichen, namentlich den alpenländischen Entwicklungenvon einer ungemein auffallenden Typenarmut und künstlerischen Eingeschränktheit,die eben mit der primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Lebenshaltung und dem primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Geisteszustande dieserBevölkerung zusammenhängt.
In vielfacher Verwandtschaft mit der ruthenischen Volkskunst steht in der Buko-wina in deren südöstlichem Teile die alte und vielleicht noch urwüchsigere rumä-nische Volkskultur. Die enge Nachbarschaft, der vielfältige Verkehr hat hier mehr-fache Zusammenhänge mit den ruthenischen Arbeiten hervorgerufen, die sich be-sonders auf textilem Gebiete, den Stickereien und der Teppichwirkerei, äußern. Da-gegen ist die Holzkunst der Rumänen der ruthenischen an Altertümlichkeit wie inder Ornamentik überlegen; im Hausrat mit seinen Zierformen, in der religiösen Volks-plastik, den Grab- und Wegkreuzen, den reichverzierten Spinnstäben usw. offenbartsich noch größere Urwüchsigkeit und Zugehörigkeit zu einem Formenkreise vonteilweise verschiedener Abstammung. Auch die Töpferei der Rumänen unterscheidetsich in charakteristischer Art und durch reichere Entwicklung von der ruthenischen.
Jedenfalls haben wir es hier mit ebenso beachtenswerten als noch wenig bekanntenVolkskunstschöpfungen zu tun, die mit zu den interessantesten und altertümlichstenErscheinungen der europäischen Volkskunst zählen.
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