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Das Beleuchtungswesen : vom Mittelalter bis zur Mitte de XIX. Jahrhunderts, aus Österreich-Ungarn, insbesondere aus den Alpenländern und den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten
Entstehung
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Der zum Stehen eingerichtete Leuchter für Talg ist indieser Gruppe durch 37 Exemplare vertreten, von welcheneinige Stücke sich durch besonders reiche Verzierung aus-zeichnen, z. B. die Stücke 2 und 50, Tafel 31, und 4 und 32,Tafel 32.

Die meisten dieser Talgleuchter sind in sehr soliderArbeit aus Eisen geschmiedet; die Talgschale ist auf deram Gestelle angebrachten Stange nach auf- und abwärtsverschiebbar und kann durch eine entsprechend angebrachteFeder an beliebiger Stelle festgehalten werden.

Bei einigen dieser Exemplare ist die Talgschale ausMessing erzeugt.

Am häufigsten erscheint die Talgschale in achtseitigerForm( Abb. 2 und 50, Tafel 31, und Abb. 4, Tafel 32);an den durch diese Form entstehenden acht Ecken könnenim Bedarfsfalle auch mehrere Dochte angewendet werden.Überdies sind Talgschalen in länglicher Form für zweiDochte( Abb. 57, Tafel 32, Abb. 13, 22, 51 und 58, Tafel 33),und auch für drei Dochte( Abb. 56, Tafel 33) eingerichtet;bei einzelnen dieser Stücke ist die Talgschale auch nochmit einer Kerzentülle ausgestattet( Abb. 32, Tafel 32).

Eine andere Type der zum Stehen eingerichteten Talg-leuchter ist durch die Exemplare 5, 34, 44 und 60, Tafel 31,15, 26, 33 und 70, Tafel 32, 17, 49 und 82, Tafel 33, re-präsentiert, und zwar ist die nur für einen Docht eingerichtete Talgschale an dem Gestelle dauernd befestigt.

Diese Gattung von Talgleuchtern ist aus Eisen, Zinnoder gebranntem Ton erzeugt.

Als ein besonders schönes Stück dieser Gattung muẞdas Exemplar 33, Tafel 32 hervorgehoben werden.

Als Abarten erscheinen die folgenden Stücke:

Das mit einer Talgschale und einer Kerzentülle aus-gestattete, nach auf- und abwärts verschiebbare Exemplar 16,Tafel 33, ferner das Exemplar 45, Tafel 33, welches einenLeuchter mit Klemmfeder( Gruppe II) repräsentiert, dessenTraufschale auch mit einem Schnabel zur Aufnahme desDochtes, also als Talgschale eingerichtet ist, um die Kerzen-reste in dieser Weise verwerten zu können.

Endlich müssen noch die Exemplare 25 und 48,Tafel 33, hervorgehoben werden; sie bestehen aus einemFuße, aus dessen Mittelpunkte eine Säule aufsteigt, welcheder ganzen Länge nach mit einem Schraubengewinde ver-sehen ist.

Auf dieser als Schraube sich darstellenden Säule istein hohler Zylinder verstellbar; dieser Zylinder ist zur Auf-nahme von Talg und Docht bestimmt und wurde mit derdurch Abbrennen sich verringernden Talgmenge stets tiefergeschraubt. Das Exemplar 25 ist ganz aus Eisen, dasExemplar 48 hingegen aus Holz und Blech erzeugt.

Hängeleuchter für Talg sind in dieser Gruppe durcheinunddreißig Stücke vertreten. Die einfachste Type der-selben ist durch das Exemplar 8, Tafel 34, repräsentiert;es besteht aus der Talgschale, welche mit einem Arme ver-sehen ist, und dem an diesem Arme angebrachten, beweglichen Haken, welcher sowohl zum Hängen eingerichtet ist,als auch im Bedarfsfalle in eine Ritze oder in ein Loch aneiner senkrechten Wand etc. eingeschoben werden kann.

Die Mehrzahl dieser Stücke ist aus Eisen, die geringereZahl aus Messing oder Bronze erzeugt; viele Schalen sindmit Ornamenten versehen, auf mehreren ist ein von einemDachshunde verfolgter Hase als Motiv angewendet( Abb. 27 aund 27 b, Tafel 31, und 10, 27 a und 27 b, Tafel 34).

Bei einigen Stücken sind auch die Arme verziert( Abb. 40, 46, 62, 64 und 71 auf Tafel 34), sowie auchz. B. der Haken des Exemplares 66, Tafel 34, in sehrschöner Profilierung erscheint.

Zu den bemerkenswertesten Stücken sind zu zählen:Die schon vorher genannten Exemplare mit dem Hund-

und Hasen- Ornamente( 10, 27a und 27 b, Tafel 34), fernerdie aus Bronze gegossenen Stücke 40, 42, 46 und 64, Tafel 34,indem das erste sich durch sehr einfache und gediegeneForm auszeichnet, das zweite die Einrichtung für zweiDochte, das dritte und vierte an der inneren Seite desArmes ein Madonnenrelief aufweist, endlich das aus Eisengeschmiedete Exemplar 62, Tafel 34, welches mit ganzbesonders schönem Arme und Haken ausgestattet ist.

Je nach Bedarf sind die Haken dieser Talg- Hänge-leuchter länger oder kürzer.

Einige dieser Talg- Hängeleuchter erfordern besondereBesprechung. Vor allem sind es die Exemplare 19 und 31,Tafel 31, und 11, 20 und 59, Tafel 33; sie zeigen eine Ab-weichung in der Schalenform. Das Exemplar 19( Tafel 31)hat eine dreieckige Schale, überdies zwei Dorne für Kerzen;die Schale beim Exemplar 11, Tafel 33, ist quadratisch ge-formt, daher auch vier Dochte in Verwendung kommenkonnten; beim Exemplar 20, Tafel 33, ist die Schale rund,bei dem kleineren Exemplare 59, Tafel 33, länglich undabgerundet.

Die vorgenannten vier Stücke sind mit einer Hänge-vorrichtung versehen, deren sägeartige Leiste eine Ver-längerung oder Verkürzung beim Hängen gestattet.

Sehr bemerkenswert ist das aus Ostfriesland stammendeExemplar 31, Tafel 31; es besteht aus zwei in Dreiecksformgebildeten, übereinander angebrachten Schalen für je dreiDochte, wahrscheinlich mit dem Zwecke, eine der Schalenzum Herumgehen im Hause zu verwenden, während diezweite zur Erleuchtung des Raumes zurückgelassen werdenkonnte; der Arm dieses Stückes ist mit sehr interessantenOrnamenten versehen.

Das Exemplar 12, Tafel 33, ist reizvoll in der dekorativen Ausgestaltung; die Hängestange ist im Mittelpunkteder kreisrunden Schale befestigt und die Schale von ein-fachen, aber klar komponierten Rankenornamenten um-geben; an einer Kette befindet sich die für die Behandlungdes Dochtes und des Talges notwendige Talgschaufel.

Das Exemplar 41, Tafel 34, ist mit einer besonderenEinrichtung versehen, welche darin besteht, daß der Dochtdurch einen mit einer Feder ausgestatteten Arm fest-gehalten wird.

Dieses interessante Stück dürfte, der am Arme ange-brachten Verzierung nach, in einer Nagelschmiede verwendetgewesen sein.

Ein ganz besonderes Interesse erweckt das Exemplar 63,Tafel 34; unten an der Schale ist eine schneckenartige Ver-zierung befestigt, deren bedeutendes Gewicht die Vermutungnahelegt, daß dieser Talghängeleuchter zur Erleuchtung vonBrunnenschächten gedient haben dürfte und die schwereSchnecke bestimmt war, die an einer Schnur befestigteSchale in den Schacht hinabzuziehen.

Abb. 22.

Die dritte Type von Talgleuchtern. also solchen, welchenur aus der Schale bestehen und im Bedarfsfalle auf einenUntersatz gestellt wurden, sind in der Gruppe nur durchdie Exemplare 69, Tafel 32, 61 und 83. Tafel 33, ver

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