Druckschrift 
Heilige in Europa - Kult und Politik : [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 26. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011]
Entstehung
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

64

3.1 Jahreslauf

Den Heiligen und Seligen wird amEnde des kirchenrechtlichen Verfahrensein Kalendertag, meist ihr Todestag,zugewiesen, an dem ihrer- regionaloder in der gesamten katholischenKirche- jährlich in der Liturgie gedachtwird. Die Heiligenfeste rhythmisier-ten also neben den Herrenfesten"das Jahr und waren täglich- auch beiTerminvereinbarungen oder Vertrags-abschlüssen- präsent. Selbst mit derVerbürgerlichung der Zeiteinteilungverschwanden die Heiligen nicht völligaus den modernen Kalendern. MancheHeiligenfeste wie Allerheiligen oderNikolaus prägen neben den christlichenFestzyklen, Ostern und Weihnachten,nach wie vor den Jahreslauf.

3.1.1

Allerheiligenkalender

Kupferstich

Karl Remshard( 1678-1735)

Allerheiligenkalender mit 365 Radierungenvon Heiligenbüsten in Achteckrahmen, dieMonatszeilen beginnen mit dem jeweiligenMedaillon des Sternzeichens

Augsburg, Johann Ulrich Krauss, um 1700H: 28 cm, B: 51,7 cm

Stift Göttweig, Graphische Sammlung, RH

3.1.2

Kirchenkalender von St. Stephan

Papier, Einblattdruck, reich illustriert, aufKarton kaschiert, mit Holz- und Textilband-rahmen

Wien, 1772

H: 170 cm, B: 66,5 cm

Diözesanarchiv Wien

Kirchenkalender wurden in großen Gottes-häusern aufgehängt, um die Festtage deslaufenden Jahres zu verkünden, aber auchMarkttage und Zinstermine.

Dieser Kalender aus dem Stephansdomzeigt im oberen Feld die Patrone der Kirche

( Hl. Leopold, Hl. Florian, Hl. Severin,Hl. Quirinus von Siscia und Hl. Stephanus)und die Wappen der Domherren. KP

3.1.3

Mandlkalender

Einblattdruck

Augsburg, Druckerei Hans Hofers Erben,vor 1626

H: 47,5 cm B: 21 cm

Österreichisches Museum für Volkskunde, WienÖMV/ 40.482

Die Erfindung des Buchdrucks brachteeine Demokratisierung der Zeitverwaltung,indem sie gedruckte Kalender erschwinglichmachte. Mandlkalender werden von denAbbildungen der Tagesheiligen dominiert,die sie auch für die in der Frühen Neuzeitgroße Zahl an Analphabeten verwendbarmachten( Mandl für Männchen"). Anhandweiterer Symbole liefern sie, so wie andereKalendersorten, zusätzliche Informationen( Vollmonde, Äquinoktien etc.) und die soge-nannten Practica, also praktische Hinweisewie astrologische Angaben, Wettervorhersa-gen oder medizinische Tipps. KP

Lit.: Kathrin Pallestrang: Vom Kerbkalender zum" Organizer". Der Kalender als Alltagsgegenstand. In:Hameter, Wolfgang u.a.( Hg.): Ideologisierte Zeit.Kalender und Zeitvorstellungen im Abendland Glossar ::: zum Glossareintrag  Abendland vonder Antike bis zur Neuzeit(= Querschnitte, Bd. 17).Innsbruck u.a. 2005, 257-275.

3.1.4

Steuerbuch

Papier, gebunden

0

++

Dorning

11717

*

AAAAA

4444

Ra

Oppri

1311.1917

**

ΑΑΑΑΑΑΑΑΑΑΑΛΑΔΑΔ

18 19 20 21 BUAP 85/916

# 141

+491

Hay.

Deumour

+++

011324

ugftmor

Steuerbuch des Johann Hofer vom GutOberhof

Vor 1780, bis 1813 verwendet

Berblimio.

H: 15,3 cm, B: 10,2 cm T: 0,3 cm

Österreichisches Museum für Volkskunde, WienÖMV/ 34.721

3.1.5

Tischkalender mit HeiligennamenKarton, Papier, SpiralbindungKalendarium mit Heiligennamen

Spillern, Die Kalendermacher, 2003H: 21,5 cm, B: 29 cm

Private Leihgabe

einno

Chriffimo

INZ

***

Gedruckt zu Augfpuran

Hans Hofre Erben

3.1.3