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Heilige in Europa - Kult und Politik : [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 26. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011]
Entstehung
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3.4 Veneratio

Die ehrende Erinnerung an die Heiligenund Seligen, ihr Totenkult, wurde vonder römisch- katholischen Kirche seitjeher und bis heute gefördert. Schon imFrühchristentum fanden die Gottes-dienste an den Gräbern der Märtyrerstatt. Als immer mehr Kirchen gebautwurden und durch die Missionierungimmer neue christliche Gemeinden ent-standen, verlangten auch diese nach derNähe der Heiligen in ihren sterblichenÜberresten( Reliquien), die daraufhingehoben und aufgeteilt wurden. Nochheute ist jeder katholische Altar gewis-sermaßen ein Heiligengrab, weil in ihmstets mindestens eine Reliquie einge-bettet sein muss. Ab dem Hochmittel-alter werden die Heiligen auch in ihrenDarstellungen verehrt, wobei auch hierdie Grenzen zwischen Verehrung undAnbetung verschwimmen.

3.4.1

Mariazeller Muttergottes

Holzskulptur, polychromiert

Devotionalkopie der Mariazeller Muttergot-tes, sitzende Maria mit Apfel, Kind mit Birne,auf der Rückseite Rest eines Berührungs-siegels, bez., Henericus Closter. U.V. Pinxit1779", übermalte BiedermeierfassungVermutlich Steiermark, 2. Hälfte 18. Jh.H: 52 cm, B: 21,5 cm, T: 14,2 cmÖsterreichisches Museum für Volkskunde, WienÖMV/ 30.485

Diese Kopie der Mariazeller Madonna,der ,, Magna Mater Austriae", trägt eineBeglaubigung, dass mit ihr die Gnadenstatueberührt wurde. Solche Berührungsdevoti-onalien hatten und haben ganz besondereBedeutung für die Gläubigen. KP

3.4.2

Hl. Wolfgang

Statuette, Silber, gegossen

Hl. Wolfgang als Bischof auf Sockel mitHacke und Kirche

19. Jh.

H: 3 cm, B: 1,1 cm, T: 0,9 cmÖsterreichisches Museum für Volkskunde, WienÖMV/ 46.742

Reliquien und Darstellungen von Heiligen,die im Ruf der Wundertätigkeit stehen, sogenannte Gnadenbilder, wurden zu regionaloder auch überregional bedeutenden Wall-fahrtsstätten, wo Andenken an den Besuchdes Heiltums verkauft werden. Diese sindoftmals in den Augen der Gläubigen Schutz-und Segensmittel und sollen wie ein Amulettden Träger/ die Trägerin oder dessen Hausund Hof schützen. KP

3.4.3

Hl. Wolfgang

Haussegen, Zinn, Gitterguss

Der Heilige mit Stab, Hacke und Kirchen-model in Rahmung zum Befestigen anHaustüren, unten bez. S. Wolfgang"Oberösterreich, 18./19. Jh.

H: 6,5 cm, B: 4,5 cm, T: 0,2 cm

Österreichisches Museum für Volkskunde, WienÖMV/ 19.227

3.4.4

Hl. Wolfgang

Medaille, Zinn, rund

VS: ZVM WOHLFARTS ANDENKEN"im Blattkranz, Mitra mit Stab und Kirchen-modell, RS: der Hl. Wolfgang stehenddargestellt, bez. S. WOLFGANG"19./20. Jh.D: 4 cm

Österreichisches Museum für Volkskunde, WienÖMV/ 53.630

3.4.5

Wolfgangihackl

Zinn, gegossen

Amulett in Form einer Hacke, auf derSchneide Brustbild des Heiligen mit Stab undHacke, auf dem Stiel bez., S. Wolfgang"St. Wolfgang, Oberösterreich, um 1900H: 3,7 cm, B: 1,3 cm, T: 0,2 cmÖsterreichisches Museum für Volkskunde, WienÖMV/ 31.304

3.4.6

Reliquiar mit Annahand

Altarpyramide, Weichholz, vergoldetIm dreieckigen Gehäuse mit vergoldetemDurchbruchsdekor, montierte Materialcol-lage mit Golddrahtarbeit und Glasstiften aufSilberlamégrund um Wachssakramentalieund Reliquien unter Cedulae18. Jh.

H: 49,5 cm, B: 40 cm, T: 9,5 cmÖsterreichisches Museum für Volkskunde, WienOMV/ 2.856

Die große Nachfrage der Gläubigenüberstieg bald die Zahl der unmittelbarenReliquien von Heiligen. So wurden nicht nurGegenstände, die von den Heiligen zu ihrenLebzeiten berührt wurden( sekundäre Reli-quien ,,, unmittelbare Berührungsreliquien")zur Verehrung herangezogen, sondern auchNachbildungen, die an der verehrten Reliquieangerührt worden sind( tertiäre Reliquien,,, mittelbare Berührungsreliquien). KP

Tradition

3.4.1

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