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2.1 Recht
Papst Alexander III. verfügte Ende des12. Jahrhunderts, dass das Recht derHeiligsprechung, die zuvor von denBischöfen vorgenommen wurde, vonnun an allein beim Papst liegen soll.In der Folge wurde unterschiedenzwischen ,, beatus"( selig) und„ sanctus"( heilig). Selige wurden weiterhin vonden Bischöfen ausgerufen und zurregionalen Verehrung freigegeben,Heilige wurden vom Papst promulgiertund überregional verehrt. Ab 1588wurde für das Heiligsprechungsver-fahren die Heilige Kongregation fürRiten zuständig gemacht, die 1969 indie Kongregation für den Gottesdienstund die Kongregation für Selig- undHeiligsprechungen geteilt wurde.Papst Urban VIII. schrieb 1634 auch dieSeligsprechung dem Papst zu und setztedie in ihren Grundsätzen heute nochgültigen Regeln für beide Verfahrenfest, die in Art eines Gerichtsprozessesmit genauen Untersuchungen ablaufen.
MARTYROLOGIUMROMANUM
2.1.3
2.1.1( Abb. S. 16)
Konferenzraum der Kongregation derSelig- und Heiligsprechung im VatikanFotokunstwerk
Ernst Logar
Lambda- Print, kaschiert hinter Plexiglas
2008
H: 40 cm, B: 51 cm, T: 0,6 cmKonferenzraum- Kongregation für Selig- undHeiligsprechungsprozesse, Vatikan- aus der SerieNon Public Spaces, Ernst Logar 2008
2.1.2
Sel. Schwester Restituta- Positio supermartyrio
Buch
H: 30 cm, B: 21,2 cm, T: 4,5 cmRESTITUTA- Dokumentation- Glaube gegenNS- Gewalt im Hartmannspital, Wien
Im Zuge eines Selig- oder Heiligsprechungs-verfahrens wird im Laufe der zweitenVerfahrensphase an der Kongregation für dieSelig- und Heiligsprechung in Rom eine Zu-sammenfassung und wissenschaftliche Auf-arbeitung des bisher zusammengetragenenMaterials erstellt, die so genannte Positio. Siebildet die Grundlage für das Verfahrensurteil.Die vorliegende Positio betrifft Schwester Re-stituta, die 1943 von den Nationalsozialistenermordet wurde. Ihr Verfahren war daher einMärtyrerprozess, der zu ihrer Seligsprechungim Jahre 1998 führte. KP
2.1.3
Martyrologium Romanum
Buch, gebunden, LeineneinbandGesamtverzeichnis der Heiligen und Seligender katholischen Weltkirche in lateinischerSprache
Vatikan, 2004
( überarbeitete und erweiterte Neuausgabeder im Anschluss an das Zweite VatikanischeKonzil erschienenen Editio typica)
H: 24,8 cm, B: 18 cm, T: 5 cmÖsterreichisches Museum für Volkskunde, WienBibliothek/ 49.601
Im Martyrologium Romanum werden alleSeligen und Heiligen der katholischen Kirchegeordnet nach Verehrungstagen in latei-nischer Sprache verzeichnet. Erstveröffent-licht wurde es nach dem Konzil von Trient1584.
Die neueste Auflage stammt aus dem Jahr2004 und enthält rund 14.000 Personen.Seit der Durchsetzung des offiziellen Verfah-rens ist es jedoch vor allem für die älterenHeiligen von Belang, die ohne Verfahrenaufgenommen worden waren. Denn wereinmal ins Martyrologium Romanum einge-schrieben ist, gilt für immer als heilig oderselig, unabhängig davon, ob ein Verfahrenstattgefunden hat oder nicht. KP
2.1.4
Kanonisationsbulle
Pergament, Bleibulle an SeidenschnurKanonisationsbulle Leopold III.Rom, 6. Januar 1485H: 64 cm, B: 86 cm
Stift Klosterneuburg, Stiftsarchiv,Urkunde 1485-01-06
Das Dokument von Papst Innozenz VIII.legt ausführlich die Gründe dar, weshalbMarkgraf Leopold III. tatsächlich als ein Hei-liger angesehen werden könne. Es setzt denoffiziellen Heiligsprechungsakt mit 6. Jänneran, der als Tag der Heiligen Drei Könige vonsymbolischer Bedeutung für die Kanonisa-tion eines ehemaligen Herrschers ist. KP
Lit.: Der heilige Leopold. Landesfürst und Staats-symbol. Niederösterreichische Landesausstellung.Stift Klosterneuburg 30. März- 3. November 1985.Wien 1985.
2.1.5
Akten des HeiligsprechungsprozessesLeopold III.
Pergament
Klosterneuburg, Ende 15. Jh.
H: 35,5 cm, B: 27 cm
Stift Klosterneuburg, Stiftsarchiv, Hs. 20
2.1.6
Heiligsprechung Leopolds III.Pergamentminiatur im Rotelbuch ausdem Jahre 1722. Die Miniatur zeigt dieHeiligsprechung Leopolds durch PapstInnozenz VIII., der inmitten des Kardinals-kollegiums thront, während Leopold vonEngeln flankiert in himmlischen Sphärenerscheint.
Klosterneuburg, 1722H: 28,5 cm, B: 22,5 cm
Stift Klosterneuburg, Stiftsarchiv, Hs. 27/9