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15 + 10 European identities : Österreichisches Museum für Volkskunde ; [21. April bis 4. Juli 2004 ; eine Ausstellung anlässlich des EU-Beitritts zehn neuer Mitgliedsländer am 1. Mai 2004]
Entstehung
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Polen

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Museumsstück: außer Konkurrenz

Objekte polnischer Herkunft sucht man in den Inventaren des Österreichischen Museums fürVolkskunde am besten unter dem Ortsoberbegriff Galizien, da dessen von 1772 bis 1918 zurMonarchie gehörender westlicher, polnischer Teil mit zahlenmäßig zwar nicht so bedeutenden,aber dafür markanten Dingen aus der Frühzeit der Sammlung vertreten ist. Vorhanden ist einkleiner Bestand von Gegenständen der Goralen aus dem slowakisch- polnischen Grenzgebiet.Besonders charakteristisch für diese nach ihrem Siedlungsgebiet im Bergland benanntenBergbewohner sind die eisenbewehrten Hackenstöcke, die in der Überlieferung zum untrüg-lichen Signum der berühmten Karpatenräuber wurden. Außergewöhnlich sind die um das Jahr1903 in das Museum gekommenen Salzschnitzereien aus dem ca. 20 Kilometer südöstlich vonKrakau gelegenen Wieliczka. Die von den Bergarbeitern gemachten Andenken wie Kreuze,ein Rosenkranz, eine Marienstatue oder Abbilder ihrer Arbeitsgeräte wie Hammer und Schlägelmuten heute wie aus Plexiglas gefertigt an.

Die im Museum vorhandenen Beispiele polnischer Hafnerware aus Rabka, Zakopane undRzeszów sind im Vergleich zu den Erzeugnissen anderer Töpferregionen, eher einfach. Aus demBereich des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums sind zwei polnische Objekte zu erwähnen, die Tiergestalten Turon undKonik, die im weihnachtlichen Figurentheater ihren Platz haben. Sie haben eine gewisse Ähnlich-keit mit der österreichischen Habergeiß und spielen, wie aus dem Text für das zeitgenössischepolnische Objekt ersichtlich ist, auch heute noch im Weihnachtsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Weihnachtsbrauchtum ihre Rolle.

Als bedeutendstes Sammlungsobjekt polnischer Herkunft kann getrost jene KrakauerWeihnachtskrippe des Typus Szopka genannt werden, die sowohl durch ihre Größe als auchdurch ihr Alter besticht. Es ist eines der ältesten bekannten musealen Exemplare dieses Genres,und daß unsere polnischen Kollegen aus dem Staatlichen Ethnographischen Museum inWarschau ein Beispiel dieses Typs, das etwa siebzig Jahre jünger ist und vor zehn Jahrengefertigt wurde, als ihr» Identifikationsobjekt« für diese Ausstellung gewidmet haben, zeigtmehrerlei: die Beharrlichkeit einer lokalen Tradition, ihre Tauglichkeit zur nationalen Identifikationüber den lokalen Rahmen hinaus, und- was auch für andere Objekte dieser Ausstellung gilt-das Faktum, daß sich lokale, regionale und nationale Identitäten generell ganz ausgezeichnetaus dem Repertoire traditioneller Überlieferungen aus der materiellen Kultur konstruieren lassen.

Literatur:

Adolf Mais: Alte Weihnachts-krippen aus dem Sudeten- undBeskidenraum. Wien 1969

Adolf Mais: Die Tiergestalten impolnischen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum.

In: Leopold Schmidt: Masken inMitteleuropa. Wien 1955