Druckschrift 
Geteilte Erinnerungen : Tschechoslowakei, Nationalsozialismus und die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung 1937-1948 = Rozdělené vzpomínky : Soužití v Československu, nacistická okupace a vyhnání německy mluvícího obyvatelstva 1937-1948 = Rozdelené spomienky : spolužitie v Československu, nacistická okupácia a vyhnanie nemeckých obyvateĺov 1937-1948
Entstehung
Wien [2017]
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Ostrava- Gebiet und die Windrichtung einiges herüberkam, und dastat den Bäumen nicht gut. Einige Arten waren sogar verschwunden,zum Beispiel hatte es im Altvatergebirge früher Latschenkiefern gege-ben, bis nach oben. Bei dem Besuch war keine einzige Latschenkiefermehr da- alle ausgestorben. Die Fichten waren in einem sehr schlech-ten Zustand, einem typisch beschädigten Zustand. Immerhin sah ichin Breitenau, dass sie versuchsweise in einer Ecke eine neue Baumbe-siedlung gemacht hatten.

Dorothea Blaha

Von Prag aus fuhren wir damals mit dem Auto nach Reichenberg,nur über einen Tag, nicht um zu übernachten. Es war Winter und-Gott sei Dank, muss ich sagen- Schnee. Dadurch war alles Hässlichezugedeckt mit einer weißen Decke. Das war tröstlich, denn kurz nachdem Krieg war die Stadt sehr verkommen. Damals gab es auch nochden Friedhof beim Leipziger Platz, wo das Grab meiner Großelternwar. Da konnten wir hingehen. Den Friedhof lösten sie dann leidervöllig auf. Dort waren nur deutsche Grabsteine. Keine Ahnung, wasmit unseren schönen Marmortafeln geschehen ist.

Im Jahr 2001 war ich mit Reichenberger Freunden dort. UnserHaus sah so schrecklich aus! Ich hätte in Tränen ausbrechen können.Und unsere Kinder sagten immer:» Zeig uns, wo du herkommst!<<Heuer[ im Jahr 2015] fuhren wir doch mit den Kindern hin, und wel-che Freude! Jetzt ist der Dachboden ausgebaut, und das ganze Hauswurde von einem Architekten gekauft. Es war enteignet und Staatsbe-sitz gewesen; und in dem Moment, wo es privat war, wurde es restau-riert. Zufällig trafen wir diesen Architekten in der Einfahrt, grad als ermit dem Auto in den Hof fuhr. Wir gingen mit, und er zeigte uns alles.Gott sei Dank, muss ich sagen, wohnt in unserer Wohnung und auchin der oberen, die vermietet war, niemand, sondern es wurde ein Bürodaraus. Ein Rechtsanwalt und ein Notar haben da ihre Kanzleien. Daswar sehr beruhigend für mich. Wenn ich dort hinkomme und da sindLeute, die vielleicht in unseren Möbeln wohnen, das hätte ich seelischnicht ausgehalten. So konnte ich es auch meinen Kindern zeigen, undsie fanden es schön. Auch die Terrasse oben schauten wir an. Sie ha-ben alles schön restauriert.

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