Druckschrift 
Geteilte Erinnerungen : Tschechoslowakei, Nationalsozialismus und die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung 1937-1948 = Rozdělené vzpomínky : Soužití v Československu, nacistická okupace a vyhnání německy mluvícího obyvatelstva 1937-1948 = Rozdelené spomienky : spolužitie v Československu, nacistická okupácia a vyhnanie nemeckých obyvateĺov 1937-1948
Entstehung
Wien [2017]
Seite
144
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RÜCKKEHR DER EVAKUIERTEN IN DIE SLOWAKEI

UND DIE VERTREIBUNG

Etwa ein Drittel der evakuierten Deutsch- Slowaken reiste nachKriegsende unter schwierigen Bedingungen und von Gewalt bedroht zu-rück in die slowakischen Heimatgebiete. Die meisten Rückkehrer wurdenumgehend in Lagern interniert. Etwa zwei Drittel der Deutsch- Slowaken,die sich nach Kriegsende hier aufhielten, wurden vertrieben.

Wer aus dem Lager floh, hatte aber wesentlich bessere Chancen alsin Böhmen und Mähren, wieder in das Haus der Familie einziehen undbleiben zu können. Zwar waren die meisten Häuser bereits von Slowa-ken aus Nachbargemeinden oder im Nationalaufstand verbrannten Dör-fern besiedelt. Diese Menschen waren aber häufig dazu bereit, die Häu-ser wieder zu räumen.

Von groß angelegten Zwangsumsiedlungen, wie sie in Böhmen undMähren 1946 und 1947 stattfanden, blieben die zurückgekehrten und ver-bliebenen Deutsch- Slowaken verschont. Deshalb bestanden in der Slowa-kei zahlreiche traditionelle deutsche Siedlungsgebiete fort- trotz der vielgeringeren Zahl der nach 1946 verbliebenen Deutschen: etwa 20.000 ge-genüber 220.000 Deutschen in Böhmen und Mähren.

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