Druckschrift 
Geteilte Erinnerungen : Tschechoslowakei, Nationalsozialismus und die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung 1937-1948 = Rozdělené vzpomínky : Soužití v Československu, nacistická okupace a vyhnání německy mluvícího obyvatelstva 1937-1948 = Rozdelené spomienky : spolužitie v Československu, nacistická okupácia a vyhnanie nemeckých obyvateĺov 1937-1948
Entstehung
Wien [2017]
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240.000 Deutsche verblieben in der Tschechoslowakei, von denen eingroßer Teil in mehreren Phasen emigrierte( bis 1948 und 1968).

Die Besonderheit der österreichischen Geschichte gegenüber derdeutschen besteht in diesem Zusammenhang darin, dass sich Öster-reich als>> erstes Opfer« des Nationalsozialismus( ein in der MoskauerDeklaration 1943 von den alliierten Außenministern zugestandenerStatus) und als>> befreiter«<, wiederhergestellter Staat für unzuständigerklärte, deutschsprachige Vertriebene aus der Tschechoslowakei undden Gebieten Ost- und Südosteuropas aufzunehmen. Dies wurde beider Potsdamer Konferenz bestätigt, sodass von dem großen Strom deroffiziell Ausgesiedelten nur ganz wenige nach Österreich kamen. Diemeisten nach Österreich Vertriebenen waren entweder Opfer der>> wil-den«< Vertreibungen aus den grenznahen Gebieten Südmährens, Süd-böhmens und aus der Slowakei oder Menschen, die nach Ende der ei-gentlichen Aussiedlung aus unterschiedlichen Gründen flohen oderemigrierten. Etwa zwei Drittel der nach Österreich Vertriebenen wur-den nach Deutschland weitergeschoben.

In der Slowakei verlief der gesamte, hier thematisierte histori-sche Abschnitt deutlich anders. Die Deutsch- Slowaken(>> Karpaten-deutschen<«<) bildeten eine numerisch weit schwächere Gruppe als dieDeutsch- Böhmen,-Mährer und-Schlesier. Es gab keine durchgehenddeutsch besiedelten Grenzgebiete. Die meisten Deutschen lebten inder multiethnischen Stadt Pressburg und in den beiden SprachinselnZips und Hauerland, deren Bevölkerung ebenfalls sprachlich, ethnischund konfessionell stark durchmischt war.

In dem 1939 gegründeten unabhängigen klerikal- faschistischenStaat war das Zusammenleben zwischen Deutschen und Slowakenvorerst weitgehend ungestört. Tschechen mussten teilweise das Landverlassen. Jüdinnen und Juden wurden radikal verfolgt, deportiert undin den deutschen Vernichtungslagern ermordet.

Erst im Slowakischen Nationalaufstand 1944 und vonseiten derin- und ausländischen Partisanenbewegung gab es massiven Wider-stand gegen das faschistische Regime und dessen nationalsozialistischorientierte Politik- und dabei auch Ausschreitungen gegen deutsch-sprachige Ortschaften. Der Nationalaufstand, dem sich neben Parti-sanen beachtliche Teile der slowakischen Armee angeschlossen hat-ten, sollte das Land der näher rückenden sowjetischen Front öffnenund in der Folge einen politischen Umschwung herbeiführen. Er miss-lang und wurde vom deutschen Militär, das seinerseits Verbrechen an

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