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Volkskunde aus der Mitte : Festschrift für Olaf Bockhorn zum siebzigsten Geburtstag
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WOLFGANG GÜRTLER

Zur Geschichte des Wagnerhandwerks im heutigen Burgenlandvom 17. bis ins 19. Jahrhundert

Der Jubilar hat bereits 1965/66 im Zuge der Feldforschung in Wolfau den Bereich ,, Trans-port- und Anbaugeräte" gewählt und diesen auch, allerdings für eine ganze Region, in seinerDissertation abgehandelt. Die Begeisterung für das heutige Burgenland führte dazu, dass ersein Wissen über Arbeit, Haus und Gerät in diesem jungen Bundesland auch in seiner Habili-tationsschrift darlegte. Doch auch danach publizierte er immer wieder Beiträge zur ,, geisti-gen und materiellen Kultur dieser Region*. Deshalb hoffe ich, dass ihn dieser kleine Beitrag,der seine beiden Interessensgebiete gleichzeitig behandelt, interessiert.

Im hier behandelten Raum sind Wagner als Berufsbezeichnung bzw. zur näheren Bestim-mung bei Personen mit gleichem Vornamen, somit als Vorläufer der Familiennamen, etwaseit der Mitte des 15. Jahrhunderts schriftlich erwähnt. So kommt Wagner zumindest alsName 1438 in einer Teilungsurkunde der Herrschaft Schlaining vor³; ein, Georig"( Georg),der vermutlich wirklich Wagner gewesen war, ist im Urbar von 1500 in der Stadt Eisenstadtverzeichnet.

Bis zum Beginn der Neuzeit wohnten und arbeiteten die Handwerker in den Städten, wo auchdie jeweilige Zunft ihren Sitz hatte. Da es in Westungarn( und damit auch im heutigen Bur-genland), wie im gesamten Königreich Ungarn, kaum Städte gab( ab 1462 Schlaining, verlordas Stadtrecht jedoch bald wieder, seit 1373 Eisenstadt und seit 1681 Rust; Güssing wird1676 ebenfalls als Stadt bezeichnet; siehe weiter unten), waren die in diesem Raum, meist inSiedlungen mit dem Marktrecht( ,, Markt"), ansässigen Handwerker Mitglieder in städtischenZünften. Die im Komitat Ödenburg/ Sopron Wohnhaften meist in Wien oder Wiener Neu-stadt, später auch in Preßburg/ Bratislava oder Ödenburg/ Sopron; die im Komitat Eisen-burg/ Vas lebenden Professionisten in Steinamanger/ Szombathely( Stadtrecht 1407). Etwa abdem Beginn des 17. Jahrhunderts erhielten auch in Märkten ansässige Handwerker Hand-

1 Olaf Bockhorn: Transport- und Anbaugeräte. In: Burgenländisches Landesmuseum( Hg.): Wolfau. Berichtüber die Feldforschung 1965/66. Durchgeführt mit Studenten des Institutes für Volkskunde an der UniversitätWien unter der Leitung von Károly Gaál. Eisenstadt 1969(= Wissenschaftliche Arbeiten aus dem BurgenlandBd. 42), S. 382-415.

2 Ders.: Die Fahrzeuge im Mühlviertel- Geräte- und Wirtschaftsformänderung. Wien 1971( Dissertation zurErlangung der Doktorwürde an der philosophischen Fakultät Wien).

3 Ders.: Arbeit- Haus- Gerät im Burgenland: Untersuchungen zur bäuerlichen Kultur. Wien 1984( Habilitati-onsschrift an der philosophischen Fakultät der Universität Wien).

4 Zuletzt etwa: Zwischen Magie und Empirie: Tiermedizin im Seewinkel. In: Veronika Plöckinger- Walenta undGerhard J. Winkler( Hg.): Alltag und Handwerk im pannonischen Raum[.] Festschrift für Wolfgang Gürtler.Eisenstadt 2011(= Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland, Bd. 118), S. 41–59. Siehe weitere Beiträgein der Bibliographie in diesem Band.

Harald Prickler: Schlaining im Mittelalter. In: Stadtgemeinde Stadtschlaining( Hg.): Stadtgemeinde Stadtsch-laining. Festschrift zur Stadterhebung der Stadtgemeinde Stadtschlaining am 1.Oktober 1991 mit den Ortsteilen:Altschlaining, Drumling, Goberling, Neumarkt im Tauchental und Stadtschlaining. 2. überarbeitete und ergänz-te Auflage, Stadtschlaining 2006, S. 37.

6 Harald Prickler: Eisenstadt im Überblick ein historisches Mosaik. In: Harald Prickler und Johann See-doch( Hg.): Eisenstadt. Bausteine zu seiner Geschichte. Eisenstadt 1998, S. 23.

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